Eine Liebeserklärung an: Den Snooze-Button

Mädchen blond Schlaf

Es sind die kleinen Dinge, die uns unseren tristen Alltag versüßen und das Leben ein bisschen besser machen. Ob es hübsche Gänseblümchen sind, die am Straßenrand wachsen oder eine Kugel deiner liebsten Eissorte – wir alle haben kleine Muntermacher in unserem Alltag, über die wir nur selten ein Wort verlieren. Das soll sich jetzt ändern! Wir bieten euch eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge, die uns in stressigen Situationen retten, an schleppenden Tagen motivieren oder uns die guten Tage versüßen!

 

Und täglich grüßt das Murmeltier: Der morgendliche Kampf mit dem Wecker ist nahezu nicht zu gewinnen. Aber der Retter in der Not kommt meist in kleiner Knopfform mit neun Minuten (oder zehn oder fünfzehn…) zusätzlicher Erlösung in unser Bett gesegelt. Der Snooze-Button. Mein Held!

Wer steht schon gerne früh auf? Vor allem an kalten Tagen verführt das warme, weiche Bett oft, noch ein paar Minuten länger in Morpheus‘ Armen zu ruhen. Da wir aber (fast) alle sozial aktive Menschen sind, müssen wir nun mal aufstehen, so schwer es auch fällt. Und um diese himmlische Zeit zwischen Schlaf und Aufstehen auszudehnen und um nicht sofort wieder wegzunicken, hat sich ein ganz schlauer Mensch den Snooze-Button ausgedacht: dein Vater und Schöpfer, Lew Wallace (warum dieser Mann nie einen Nobelpreis für seine Erfindung bekam, erschließt sich mir bis heute nicht).

 

So grausam, und doch so genial

 

Du und die Wissenschaft, ihr hattet schon immer ein angespanntes Verhältnis. Die einen behaupten, du würdest paradoxerweise unseren Schlaf stören, da du die Ausschüttung von Dopamin und Serotonin durcheinander bringst, und somit gewissermaßen unser Gehirn auf eine Labyrinthreise schickst. Die anderen bezeichnen dich als „Feind der Produktivität„. Dabei wissen wir doch alle, dass du es nicht mit Absicht machst. Du, lieber Snooze-Button, meinst es doch eigentlich nur gut mit uns und willst uns nur davor bewahren, in die kalte und unbarmherzige Welt des Wachseins geworfen zu werden. Das können wir dir einfach nicht übel nehmen.

Natürlich haben wir nicht nur gute Momente. Es ist wahr, dass du uns unkonzentrierter werden lässt, und uns dazu bringst, in der U-Bahn ins Land der Träume abzuschweifen. Oft verfluche ich dich auch, wenn ich dich wieder mal zu oft gedrückt habe und wieder mal vergessen habe, aufzustehen.

All die Male, die du uns dazu gebracht hast, zu verschlafen, Termine und Züge zu verpassen, Nerven zu verlieren: wir haben es oft nicht leicht mit dir. Genauer gesagt ist es eigentlich sogar eine sehr dysfunktionale Beziehung, in der wir uns befinden. Wir lieben uns innig, wenn du uns wieder mal dabei geholfen hast, etwas mehr Erholung zu finden, um aufstehen zu können, und hassen uns bis aufs Blut wenn du uns wieder kostbare Lebenszeit gestohlen hast. Du bist so grausam wie genial, und dafür lieben wir dich. Denn was sich liebt, das neckt sich.

 

Du bist nicht immer schlecht

 

Du musst es uns entschuldigen, wenn wir manchmal etwas ruppig mit dir umgehen. Aber in der Früh sind wir natürlich müde, schlecht gelaunt und gestresst. Dafür lassen wir dich am Wochenende meist komplett in Ruhe. Wie in einer guten Beziehung braucht es eben auch Freiraum.

Nicht alle Wissenschaftler und Schlafforscher sehen dich als Ausgeburt Satans an. Einige sind sogar der Meinung, dass du uns gut tust, weil du uns durch deine sanften Minuten ein Zeitintervall gibst, um in Ruhe aufzustehen. Aber bei all den gespaltenen Meinungen: letzten Endes ist es uns eigentlich auch ziemlich egal, was die Wissenschaft über dich sagt: wir schätzen dich, brauchen dich, hassen dich, wollen dich nicht mehr missen und drücken dich ganz fest. Jeden Morgen aufs Neue.

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz