LiebesLeben: Wie wichtig ist Sex?

Frau und Mann liegen nebeneinander im Bett

Katja malt mit Sprache Bilder auf ihre Wortleinwand. In ihrer Kolumne nimmt sie euch mit in ihr Atelier: Als absoluter Gefühlsmensch schreibt sie über die Liebe und das Leben – ein bisschen philosophisch und ein bisschen psychologisch, mit einem Hauch von Melancholie.

Bestimmt habt ihr schon einmal von den sogenannten Sprachen der Liebe gehört. Falls nicht, hier die Kurzfassung: Es gibt verschiedene Wege, seine Liebe zu einem anderen Menschen auszudrücken. Bei den meisten von uns ist eine dieser „Sprachen“ besonders dominant. Berührungen und Zärtlichkeiten sind eine Art und Weise, Liebe zu zeigen. Ich glaube, dass ich – zumindest was romantische Beziehungen betrifft – zu diesem körperlichen Typ gehöre. Das fängt nicht erst bei Sex an. Mich macht es schon überdimensional glücklich, wenn der Mensch, den ich liebe, mich in den Arm nimmt oder mich auf die Stirn küsst. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Menschen körperliche Nähe benötigen, um sich glücklich und geliebt zu fühlen. Für mich ist Sex, der mit Liebe verbunden ist, gleichzeitig auch der stärkste Ausdruck dieser Liebe.

Dennoch habe ich folgenden Eindruck: Wenn Menschen über Liebe sprechen, dann neigen sie meines Empfindens nach dazu, Liebe als ein Konstrukt zu betrachten, das losgelöst von jeglicher Körperlichkeit existiert. Wenn jemand sagt, dass er eine Person liebt, dann denken wir nicht in erster Linie daran, dass er mit dieser Person schläft. Das Gefühl von Liebe wird gern als rein geistige Verbundenheit angesehen – als etwas Ideelles, nicht als etwas Materielles.

Dasselbe gilt für Sex, bloß umgekehrt: Wenn Menschen über Sex sprechen, dann neigen sie meines Empfindens nach dazu, Sex als ein Konstrukt zu betrachten, das losgelöst von Emotionen existiert. Wenn uns jemand erzählt, dass er Sex mit einer Person hatte, dann denken wir nicht in erster Linie daran, dass er diese Person liebt. Sex wird gern als etwas rein Körperliches angesehen – als etwas Materielles, nicht als etwas Ideelles.

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!