LiebesLeben: Wie wichtig ist Sex?

Frau und Mann liegen nebeneinander im Bett

Und ja: Oft genug ist Liebe „nur“ ideell und Sex „nur“ materiell. Rein geistige Liebe charakterisiert die meisten Freundschaften, rein körperlicher Sex die meisten One-Night-Stands.

Aber wenn man sich Sex und Liebe als zwei Kreise vorstellt, dann hat man hin und wieder Glück und es gibt eine Schnittmenge, die dafür sorgt, dass Liebe auch körperlich wird und Sex auch geistig. Dann ist Liebe auch materiell und Sex auch ideell. Die Grenze zwischen Sex und Liebe verschwimmt schlichtweg. Liebe ist Sex und Sex ist Liebe.

Allerdings habe ich den Eindruck, dass der Stellenwert von Sex als Ausdruck von Liebe – gewissermaßen also die Bedeutung körperlicher Liebe – gelegentlich noch immer totgeschwiegen wird. Dabei sagt Sex so viel darüber aus, wie eine Beziehung läuft. Ich spreche hier nicht nur davon, wie häufig man miteinander schläft, sondern vor allem davon, wie der Sex ist. Jedes erste Mal mit einer neuen Person wird sich wieder ein bisschen wie ein erstes Mal anfühlen. Denn Sex ist so verschieden wie Beziehungen und Menschen selbst. Sex kann wild sein, aufregend, lebhaft. Laut oder leise. Liebevoll, behutsam, sanft. Sex kann ein Spiel sein; ein Machtspiel. Schnell oder langsam. Dreckig, schmerzhaft, abwechslungsreich. Schweißtreibend oder entspannt. Sex kann Nervenkitzel sein. Leidenschaftlich, harmonisch, intensiv. Von Worten begleitet oder vollkommen wortlos. Sex kann Gewohnheit sein. Verzichtbar, unspektakulär. Einfach normal, halt ok oder ganz nett. Hingebungsvoll oder zurückhaltend.

Sex kann so vieles sein. Aber wie er auch ist: Ich glaube, er spiegelt gewissermaßen das Verhältnis wider, in dem man zu einer Person steht. Wahrscheinlich gibt die Art Sex, die man bevorzugt, auch Aufschluss darüber, zu welcher Art Mensch man sich insgeheim wirklich hingezogen fühlt – und auch über die eigene Persönlichkeit.   

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!