LUNA im Interview: „Das ist das Schöne am Musik machen“
ZEITjUNG: Hattest du schon immer diese Leidenschaft für Musik? Und hattest du einen Plan B, wenn es mit der Musik nicht geklappt hätte?
LUNA: Ne, hatte ich tatsächlich nie. Es war mein Plan, an die Popakademie nach Mannheim zu gehen. Da wollte ich die Songwriter-Richtung einschlagen. Ich dachte, irgendwas muss ich nach dem Abi machen und kann nicht einfach sagen: Mama, ich bin jetzt Musikerin. Aber wie das Schicksal so gespielt hat, kam ein halbes Jahr vor meinem Abitur „verlierer“ raus und das war der Startschuss für alles. Mein ganzes Team war bereit durchzustarten, aber schnell war klar dass ich den nächsten Song erst nach dem Abitur rausbringen will,… – da lag ein halbes Jahr dazwischen. Wenn man einen Song rausbringt, der erfolgreich ist, dann ist schon Druck da, dass man nachlegt. Und ich habe gesagt: Nö, es kommt jetzt erstmal sechs Monate nichts… War mutig. Aber ich kannte meine Grenzen und hab gesagt, ich muss kurz mein Leben ordnen und dann kann ich loslegen. Und mein Team hat mich in diesem Wunsch auch total unterstützt.
ZEITjUNG: Hat es etwas in dir verändert, dass du bekannter geworden bist?
LUNA: Ich habe mich selbst mehr kennengelernt. Am Anfang kamen Labels und Managements ums Eck und haben gesagt, wir wollen mit dir arbeiten. Ich war zu dem Zeitpunkt noch minderjährig und habe täglich nach der Schule Telefonate geführt, um herauszufinden mit wem ich arbeiten will. Die Phase war intensiv aber hat mir gezeigt, was ich im Leben will. Ich kann aktiv Entscheidungen treffen: Mit welchem Team arbeite ich? Welchen Song bringe ich als nächstes raus? Das hat mich schlagfertiger gemacht. Ich hab meinen Weg vor Augen und verfolge ihn. Trotzdem habe ich gemerkt, worauf es wirklich ankommt, für mich zumindest. Family und Freunde, auch mal eine Auszeit, das ist wichtig. Das erste Jahr mit „verlierer“ war so krass. Da ist so viel passiert, dass ich alles andere erstmal hintangestellt hab. Vor etwa einem Jahr musste ich aber die Support-Tour mit LEA schweren Herzens abbrechen, weil es mir gesundheitlich nicht gut ging. Da habe ich gemerkt, ich muss mehr auf mich schauen.
ZEITjUNG: Zum Abschluss: Was ist deine liebste Line von dir selbst?
LUNA: Mir kommt direkt die Zeile aus „letzte bahn“ in den Sinn: „24/7 gab es nur dich und mich. 25/8 ich weiß, dass ich uns vermiss.“ Das ist mein persönlicher Reminder, dass wir uns Zeit bewusst nehmen (können). Ich beschäftige mich oft mit der Frage: Wenn ich ein Jahr, eine Stunde mehr hätte, wie würde ich diese Zeit investieren?
Ich werde im April 2024 ein Album rausbringen, das wird 25/8 heißen. 25/8 ist das, was das Album umschreibt. Da steckt viel Arbeit drin, in diesem Album. Diese Stunde mehr, die mein Team und ich uns genommen haben, um dieses Album umzusetzen. Aber auch Songs, die eine Art Appell sind, sich die Stunde jetzt zurückzuholen für mich und meine Familie. Das ist die Zeile, die alles ins Rollen gebracht und letztendlich zum Albumtitel geführt hat.
ZEITjUNG: Vielen Dank für deine Zeit und alles Gute für die Zukunft!
Die neue Single „Better Days“ ist am 25.08. erschienen. Außerdem geht LUNA ab dem 2. September auf Tour. Zu Terminen und Tickets geht’s hier lang.
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Bildquelle: Privat/LUNA © Jeanette Friedrich