Fütterer is(s)t anders: Warum sind Pflanzendrinks und vegane Lebensmittel so teuer?

Haferdrink schmeckt super im Kaffee, ist aber viel teurer als Kuhmilch. Warum eigentlich? Bild: Unsplash

Elina Fütterer ist Ökotrophologin, Yoga-Lehrerin und Surfer Girl. In ihrer Kolumne schreibt sie über die wichtigste Hauptsache der Welt: Essen. Genuss ist ein Muss – ohne dabei Gesundheit, Nachhaltigkeit und Ethik außer Acht zu lassen. Elina nimmt euch mit auf ihre kulinarische Reise.

Die Zeiten, in denen Veganer*innen Tofu selbst gepresst und ihren Haferdrink selbst gefiltert haben, sind lange vorbei – zumindest für alle, die lieber einkaufen gehen als stundenlang in der Küche zu stehen. Es ist aber auch so einfach geworden, an vegane Lebensmittel zu kommen. Egal ob Räuchertofu, Haferdrink oder Seitansteak: Sogar im kleinsten Supermarkt werden Veganer*innenträume mittlerweile wahr. Wer die Wahl zwischen tierischen Lebensmitteln oder ihren pflanzlichen Alternativen hat, entscheidet sich oft jedoch gegen die vegane Variante. Grund dafür ist der hohe Preis. Warum sind Pflanzendrinks und vegane Produkte so teuer?

Je weniger produziert wird, desto teurer wird es

An den Kosten der einzelnen Zutaten liegt es meist zumindest nicht. Nehmen wir das Beispiel Haferdrink. Zum Großteil bestehen Oatly und andere Haferdrinks aus Wasser – das ist nicht sehr teuer. Auch die restlichen Zutaten (Hafer, Pflanzenöl und Salz) fallen nicht wirklich ins Gewicht. Allerdings spielt es eine große Rolle, dass die Nachfrage im Vergleich zu Kuhmilch noch relativ gering ist. Darum sind auch die Verarbeitungskosten – relativ gesehen – dementsprechend höher. Besonders für kleine Unternehmen ist es teuer und aufwendig, produzieren zu lassen. Kuhmilch hingegen kann zu einem günstigeren Preis verarbeitet und ausgeliefert werden.

Der Weg zum Haferdrink ist lang

Dass Kuhmilch im Vergleich günstiger ist, liegt zum anderen auch daran, dass an ihrer Rezeptur nicht mehr viel verändert werden muss – sie ist immer schon gleich. Die Entwicklung von Haferdrink und anderen pflanzlichen Milchalternativen gestaltete sich da schon etwas aufwendiger: Der Entwicklungsprozess ist meist langwierig, da die Zutatenkombination und der Geschmack erst erarbeitet werden müssen. Bei Kuhmilch ist, außer der Fettgehalt, nicht viel zu optimieren.

Neben meinem Ökotrophologie-Studium und der Ausbildung zur Journalistin habe ich auch als Flugbegleiterin die Welt unsicher gemacht. Neugierig, abenteuerlustig und immer hungrig: Auf der Suche nach der perfekten Welle und der besten Açai-Bowl futterte ich mich schon durch mehr als 80 Länder.