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Plädoyer: Mehr Selbstironie in der Selbstdarstellung!

Unsere Generation ist zu ernst und zu eitel. Es ist Zeit, mehr Quatsch in unsere Selbstdarstellung zu bringen!

Von Simone Mauer

Zeit für ein ernstes Wort: Unsere Generation ist zu ernst und zu eitel. Zumindest, was die mediale Selbstdarstellung angeht, die entlädt sich teilweise auf groteske und ungesunde Art und Weise im Netz, auf Instagram und Co.

Irgendwie finden wir Selfies ja doof. Und irgendwie kommen wir trotzdem schwer daran vorbei. Auch wenn es bei Selfies himmelschreiende Unterschied gibt, von okay bis wirklich bescheuert – wie zum Beispiel alleine im Aufzug in den Spiegel hinein fotografieren – mit Duckface, Peace-Zeichen oder Snapchatfilter mit Blumenkranz. Das gute alte Selfie ist heute quasi ein erweiterter Spiegel geworden: „Ah, so sehe ich heute also aus…“ Aber das ist nicht gut, Freunde. Es fördert unsere Eitelkeit und unser Konkurrenzdenken. Mehr Albernheit, die Gabe, sich selbst nicht so ernst zu nehmen und mehr Anti-Professionalisierung in der medialen Selbstdarstellung, bitte!

 

Menschen belustigen statt absurde Schönheitsideale zu propagieren

 
17-Jährige Modepüppchen, die von ihrer Mutti in der Freizeit mit der Spiegelreflexkamera in den neusten Gucci- und Prada-Klamotten abgelichtet werden oder magersüchtige Instagram-Schnecken in neonfarbenen Nike-Shorts mit groteskem Selfie-Lächeln im Fitnessstudio – sie sind einfach überall. Dabei sind alle so furchtbar ernst und perfektionistisch, müssen um jeden Preis wunderschön oder zumindest richtig cool oder übertrieben durchtrainiert aussehen. Wo bleiben denn da der Spaß und die Selbstironie? Wie wäre es denn, die Leute auch mal ein bisschen zu belustigen, statt Neid zu generieren und absurde Schönheitsideale zu propagieren?

 

Die ultimative Waffe gegen den Irrsinn unserer Zeit? Humor!

 

Was macht das mit uns, wenn wir das Gefühl haben, jeder zweite Mensch führt dieses von außen betrachtet coole Instagram und Blogger-Leben und treibt sich nur noch im Fitnessstudio, in den angesagtesten Restaurants oder auf den Malediven rum? Verlieren wir dadurch ein bisschen den Bezug zur Realität und werden mit falschen Werten konfrontiert, vergessen dadurch mehr und mehr, was im Leben wirklich zählt? Zum Beispiel total gammelig, sehr unspektakulär, aber entspannt und zufrieden mit sich und der Welt Fertigpizza im Bett zu essen… Eigentlich ist es doch ziemlich krank, Bilder von halbnackten Menschen mit #bodygoals zu markieren oder zu kommentieren. Wie immer im Leben sollte man absolut absurden und beängstigenden Dingen daher am besten mit einer großen Portion Humor begegnen. Aus diesem Grund braucht die Welt absurde Posts wie die von Schraubis Blog. Die Idee dazu kam Freunden von mir an einem Samstagabend nach zwei, drei Gin Tonic. Schraubi, das ist der Spitzname einer Freundin, hatte nämlich an diesem Tag einen übergroßen Hut auf und meinte: „Ich fühle mich komisch, normalerweise haben doch immer diese Modeblogger-Schicksen einen Hut auf…“. Tadaaa, Schraubis Blog war geboren – da die schrecklich ernste, glatte Welt einiger Mode-Blogger und manche Posts auf Instagram für uns teilweise nur noch schwer zu ertragen war.

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