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Du bist pleite, aber brauchst einen Anwalt? An diese Stellen kannst du dich wenden!

Ohne Moos nix los, heißt es so schön. Aber was tun wir, wenn wir juristische Hilfe brauchen und uns keinen Anwalt leisten können?

Wir waren jung und brauchten die juristische Beratung. Etwa, weil ein Autofahrer uns halb vom Fahrrad gemäht hatte oder wir im Streit mit unserem rumpelstilzchen-artigen Vermieter lagen. Aber da wir dauerpleite Studenten sind, die sich von Pesto- zu Biergläsern hangeln, können wir uns leider keinen Anwalt leisten, der uns seine rettende Hand darbietet. Also müssen wir uns selber an den Haaren aus dem Problemsumpf ziehen.

Aber dank diverser Helferlein kann das erstaunlich gut klappen. Schließlich gibt es sowohl im Internet, als auch vor Ort in der Universität viele Alternativen, die uns in rechtlichen Angelegenheiten helfen können. Alleine im Regen stehen, sich ungerecht behandelt fühlen oder horrende Anwaltsrechnungen begleichen muss niemand. Hier ein paar praktische Tipps für alle, die mal an der Faust von diversen Gesetzesbüchern riechen dürfen.

 

Online-Tipps zum Sachverhalt

 

Unser erster Reflex beim Auftreten von Problemen, ist zu googlen. Allerlei Ergebnisse werden ausgespuckt und die große Durchklickerei beginnt. Während viele Rechtsportale kostenpflichtig und mit Honoraren verbunden sind, gibt es auch Seiten, die kostenlos informieren und erste Anhaltspunkte zu dem jeweiligen Sachverhalt liefern. Wenn wir zum Beispiel Schimmel in der Wohnung haben, können wir uns auf Seiten wie Mietrecht.org die genaue Rechtslage zu Gemüte führen oder dank Mietminderungstabellen unsere Situation mit bereits gefällten Gerichtsurteilen vergleichen und uns auf diese beziehen.

Aspekte zu Arbeitsverträgen und Gehalt liefert beispielsweise Arbeitsrecht.online.  Auf 123recht wiederum wird jedes Rechtsgebiet thematisiert. Dort erhalten wir nicht nur allgemeine Informationen, sondern wir können uns auch durch verschiedene Foren klicken, in denen andere Leute ihre Probleme geschildert und Fragen gestellt haben, die dann online und für alle sichtbar von Anwälten beantwortet wurden. Die Inanspruchnahme von anwaltlicher Hilfe oder das Herunterladen von Vertragsmuster kosten aber.

 

Beratungshilfe

 

Die Beratungshilfe ist der Prozesskostenhilfe sehr ähnlich, umfasst aber lediglich die außergerichtliche Rechtsberatung und Vertretung bei Streitigkeiten in puncto Zivil-, Arbeits-, Verfassungs-, Verwaltungs-, Sozial- und teilweise auch Strafrecht. Auch in Ordnungswidrigkeiten kann man beraten werden.

Nach § 1. Abs. 1 Nr. 1 des Beratungshilfegesetz dürfen bedürftige Menschen bzw. Menschen mit geringem Einkommen die juristische Hilfestellung in Anspruch nehmen. Mit der erwähnten Bedürftigkeit sind auch der Bezug von BAföG oder die Berufsausbildungshilfe gemeint. Wenn die Kosten jedoch durch größtenteils durch eine Rechtschutzversicherung übernommen werden können, ist eine Beratungshilfe ausgeschlossen.

Kommt die Beratungshilfe in Frage, muss sie direkt beim Amtsgericht beantragt werden. Manchmal leitet aber auch ein mandatierter Rechtsanwalt den Antrag an das Amtsgericht weiter. Gemeinsam mit dem Antrag müssen unbedingt unterschiedliche Unterlagen eingereicht werden, die die eigene wirtschaftliche Situation offenlegen. Dazu gehören zum Beispiel aktuelle Lohnabrechnungen, Bescheide über Sozialleistungen oder Kontoauszüge. Außerdem sollten Dokumente, die den Grund der benötigten Rechtsberatung erläutern, mit eingereicht werden.

Läuft alles gut und dem Antrag wird stattgegeben, stellt das Amtsgericht einen Beratungsschein aus. Damit kann man sich jetzt einen niedergelassenen Anwalt seiner Wahl zur Beratung aussuchen, wofür allerdings 10€ (das sind mindestens drei Pestogläser) gezahlt werden müssen. Weitere anfallende Kosten muss man aber nicht tragen – das übernimmt die Staatskasse für einen. In Berlin und Hamburg gibt es statt der Beratungshilfe eine öffentliche Rechtsberatung.

 

Rechtsberatung an der Uni

 

Auch einige Universitäten, wie z.B. in München, Augsburg und Bonn, bieten eine kostenlose Rechtsberatung in vielen Rechtsgebieten durch einen Anwalt an. Die einzige Prämisse für deren Inanspruchnahme ist, dass man an der jeweiligen Uni immatrikuliert ist und einen gültigen Studentenausweis hat.

Wir können uns also sicher sein, dass wir uns nicht allein durch das ganze Rechtswirrwarr kämpfen müssen. Unabhängig davon, um welche juristische Streitigkeit es sich handelt, können wir immer Hilfe in Anspruch nehmen, sei es online oder in der Uni. Kein Geld ist kein Grund dafür, dass wir nicht Recht haben können.

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

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