Ein Mann und eine Frau unterhalten sich im Büro

Zusammenfassend stellten die Forscher*innen fest, dass Unterhaltungen in 47% der Fälle später enden, als beide Teilnehmer*innen wollten. In etwa jeder dritten Konversation war immerhin eine*r der Gesprächspartner*innen mit dem Zeitpunkt zufrieden, beide waren es nur in 1,6% der Fälle. Auch eine längere Unterhaltung hatten sich einige Personen gewünscht: 10% der untersuchten Gespräche endeten früher als gewollt.

Und was lernen wir nun aus diesem Experiment? Unterhaltungen sind mit einem enormen Koordinationsaufwand verbunden und enden nur selten zum passenden Zeitpunkt. In der Regel sind beide Parteien nicht vollends zufrieden und wünschen sich häufig, das Gespräch wäre eher beendet worden. Stattdessen ziehen sich die Konversationen oft so lange, bis den Teilnehmer*innen die Themen ausgehen oder eine*r von ihnen eine mehr oder weniger gelungene Ausrede nutzt, um aus der Situation zu entkommen. Eine Lösung für dieses Problem kennen Mastroianni und seine Kolleg*innen ebenfalls: Man müsste einfach nur geradeheraus sagen, was man sich wünscht – auf die Gefahr hin, dass diese Information das Gegenüber verärgern oder kränken könnte. Leider veträgt sich diese Methode mit unseren gesellschaftlichen Konventionen nicht allzu gut – und so hören die meisten Personen wohl lieber weiterhin etwas länger zu, als sie eigentlich wollen.

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Bildquelle: fauxels on Pexels; CC0-Lizenz