Roundnet: Wie funktioniert der neue Trendsport?

Ein paar Menschen spielen Roundnet am Strand mit einem Trampolin in der Mitte, einer davon springt mit dem Rücken zur Kamera nach hinten

Was genau ist Roundnet? 

Wer im Moment viel draußen in Parks oder am See abhängt, hat es bestimmt schon entdeckt. Ein paar Menschen laufen um ein kleines Trampolin herum und versuchen, einen umherfliegenden Tennisball auf das Miniaturtrampolin hüpfen zu lassen. Das Ganze nennt sich Roundnet und ist die neue Trendsportart des Sommers. Manchem dürfte der Sport auch als Spikeball bekannt sein, das ist die momentan bekannteste Marke, die das Equipment verkauft.  Wir haben uns mit Felix, einem der Roundnet-Experten aus Deutschland, über die Sportart unterhalten. 

Roundnet: Wie wird es gespielt? 

Roundnet ist angelehnt an Volleyball, teilweise ähneln sich die Regeln. In der Mitte steht ein kleines Trampolin, um das sich die Teams positionieren. Es gibt 2 Mannschaften mit jeweils 2 Teammitgliedern – gespielt wird also zu viert. Jede Mannschaft hat bis zu 3 Ballkontakte, dann wird der Ball wieder auf das in der Mitte stehende Trampolin gespielt. Wie beim Volleyball ist dann die andere Mannschaft dran und muss den Ball wieder auf das Trampolin bekommen. Landet der Ball am Boden, gibt es einen Punkt für die gegnerische Mannschaft. Gespielt wird bis eine Mannschaft 15 oder 21 Punkte erreicht hat. Anders als bei den meisten Ballsportarten gibt es allerdings kein Aus, damit ist das Spiel sehr laufintensiv. Für Felix ist das Spannende an Roundnet, dass es keine Grenzen oder abgetrennten Spielfelder gibt. Dadurch spielen alle gemeinsam 360 Grad um das Netz herum, was eine der neuen Besonderheiten an der Sportart ist. 

Bildquelle: Paulaner Beachdays

Was ist das besondere an roundnet?

Zum einen erfordert es für Roundnet keine besonderen Vorkenntnisse. Felix erklärt, dass auch Anfänger*innen sofort loslegen können, da die Regeln von Roundnet und das Beherrschen dieser Regeln einfach ist. Deshalb haben auch unerfahrene oder mittelmäßig sportliche Spieler*innen auf jeder Niveaustufe schnell Spaß, da sich sofort ein Spiel entwickelt.  

Das Equipment ist außerdem günstig und kann schnell überall mit hin mitgenommen werden. Roundnet kann man im Übrigen auch fast überall spielen. Man kennt das kleine Trampolin und die darum herum hetzenden Menschen hauptsächlich aus Parks, aber auch am Strand oder in der Halle ist das Spiel schnell aufgebaut und man kann innerhalb von Minuten anfangen. 

Das Spiel hat nicht nur einen hohen Spaßfaktor, sondern trainiert nebenbei auch noch die Fitness. Falls irgendwer also so nebenbei noch ein bisschen Bauchspeck wegtrainieren möchte, aber trotzdem nicht auf den Badetag am See verzichten möchte, animiert seine Freund*innen einfach zu einem kleinen Spiel. Es werden sogar noch weitere körperliche Fähigkeiten verbessert. 

Bildquelle: Spikeball Club Köln

Welche Fähigkeiten trainiert man? 

Für Felix steht bei dem Spiel vor allem Schnelligkeit im Vordergrund. Gerade bei zwei Spieler*innen im Team muss man natürlich sofort auf seine*n Teampartner*in reagieren können. Wer öfter spielt, bekommt mit der Zeit aber auch ein gewisses Ballgefühl. Klar, man muss ja irgendwann einschätzen können wie weit, hoch und kräftig der jetzt eigentlich von dem Trampolin oder der eigenen Hand gefedert wird. Es hilft auch, sich eine gewisse Sicht für den Raum anzueignen. Die räumliche Orientierung kann nicht nur für folgende Spiele praktisch sein, um zu wissen, wo der Ball hinfliegt, sondern auch für andere Sportarten. Wer also öfter Roundnet spielt, wird vielleicht irgendwann zum Volleyball- oder Handballprofi, wer weiß. 

Hier gibt es noch ein paar Tipps, wie man zum Roundnet-Profi wird:

Wie etabliert ist Roundnet in Deutschland? 

Vor allem als Freizeitsportart ist Roundnet im deutschsprachigen Raum fast überall angekommen. Gerade in Großstädten oder Urlaubsorten ist der Trendsport stark im öffentlichen Raum vertreten. Zweimal fanden mittlerweile schon Europameisterschaften statt, es existiert auch ein Dachverband, “Roundnet Germany”, und es entstehen immer mehr Clubs und Communities in ganz Deutschland, dennoch muss man für Turniere oft noch weit fahren. Felix erzählt zum Beispiel von Wettkämpfen in Prag, Frankfurt oder Köln. Innerhalb Deutschlands sind er und sein Teamkollege, die sich Rim of Fire nennen, unter den Top 10 der Roundnet-Teams. 

Wo kann ich den Pros beim Roundnet zusehen? 

In vielen größeren Städten gibt es mittlerweile Clubs, die man aufsuchen kann, wenn man öfter Roundnet spielen möchte. Wer regelmäßig spielt, dem rät Felix, einfach mal auf ein Turnier zu fahren. Für ihn ist die Stimmung dort etwas ganz Besonderes, die Community ist gegenüber Neulingen sehr offen und man fühlt sich sofort willkommen. “Man fährt auf drei Turniere und dann kennt man die meisten Leute”, sagt er und lacht.  

In Regensburg, wo er lebt, sind sein Teamkollege und er sehr engagiert in Sachen Roundnet. Einen Club gibt es zwar noch keinen, aber sie versuchen gerade, feste Trainingszeiten aufzubauen, die zweimal wöchentlich stattfinden, unter anderem um Anfänger*innen den Einstieg in die Sportart zu erleichtern. 

Hier ist ein Video der beiden, wie sie bei einem Roundnet-Turnier teilnehmen: 

Rim of Fire bei den European Spikeball Open Finals

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Bildquelle: Pexels, Unsplash

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