AugenBlickkontaktExperimentFremdeKennenlernen

Selbstversuch: Schau mir in die Augen, Baby!

Der Blickkontakt zwischen zwei Menschen kann sehr emotional und intensiv werden. Unsere Autorin hat am Eye Contact Experiment teilgenommen.

Eine Minute Blickkontakt zu einer mir bisher völlig fremden Person. Das ist der Deal beim Eye Contact Experiment, das ich ausprobieren werde. Während ich in der U-Bahn sitze, überlege ich, wann ich das zum letzten Mal gemacht haben könnte und – mir fällt’s nicht ein. Ich hab keine Ahnung, welcher Person ich wann 60 Sekunden still gegenüber gesessen wäre. Bei Versuchen solcher Art gibt es für mich zwei Probleme: Ich bin erstens viel zu ungeduldig. Eine Minute Stillsitzen bringt mein Gedankenkarussell dermaßen in Schwung („Noch eine Ruuunde, Ruuuunde, Ruuunde….!“), dass mir schon nach kurzer Zeit schwindelig werden könnte, würde ich nicht rechtzeitig wieder etwas tun. Das Zweite, was die ganze Sache zum Spießrutenlauf werden lässt: Ich rede sehr gerne und viel. Ein Kumpel von mir hat auf der Rückfahrt von einem Festival einmal die Zeit gestoppt und gewettet, dass ich es niemals 60 Sekunden schaffen würde, die Klappe zu halten. Und was soll ich sagen – er hatte recht. Was mir meine Freunde mit dieser Challenge wohl vermitteln wollten… Heute stelle ich mich also der für mich größten Herausforderung und sitze und schweige.

 

Ein Blinddate der etwas anderen Art

 

20:25 Uhr. Ich stehe vor dem Café, in dem es gleich 120 Minuten lang totenstill sein wird. Es sind schon super viele Menschen da. Irgendwie bin ich ein bisschen nervös, obwohl das normalerweise überhaupt nicht meine Art ist, wenn ich neue Kontakte knüpfe. Allerdings hab‘ ich da auch mein loses Mundwerk, das mir stützend und manchmal auch hinderlich zur Seite steht. Ich gehe rein und schaue mich um. Im ganzen Raum reiht sich Stuhl an Stuhl. Zwischen uns, die wir uns nachher anstarren werden, ist nur ein halber Meter Platz für Beinfreiheit. Unangenehmer Gedanke irgendwie. Ich setze mich auf den nächstbesten freien Platz. Dann geht’s los und zu Beginn gibt es eine kleine Einführung für alle Neuen. Erste Überraschung des ganzen Abends: Nix mit einer Minute. Keine Ahnung, wo ich das her hatte. Gewechselt wird (freiwillig), wenn man genug vom Blickkontakt zum Gegenüber hatte. Einzige Bedingung: Mund halten. Nicht reden. Einzige Bedingung, denke ich. Ihr seid lustig. Würdet ihr in meinem Kopf stecken… Aber okay – ich wollte das unbedingt ausprobieren, jetzt ziehe ich es auch durch. Los geht’s!

 

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