Seaspiracy: Von Morden und Sklaverei in der Fischerindustrie

Männer inmitten von toten Fischen

Das Blutbad von Taiji

Die folgenden Szenen gleichen einem Krimi. Kaum sind der Filmemacher und seine Freundin angekommen, werden sie von Polizisten auf Schritt und Tritt verfolgt und von unbekannten Männern bespitzelt. Nur mit größter Vorsicht gelingt es den beiden aus sicherer Distanz Fischer zu beobachten, die mit kleinen Kuttern Delfine zusammentreiben und in eine Bucht drängen. Mit spitzen Gegenständen stechen sie auf die panischen Tiere ein. Ein geringer Teil der Delfine wird an Meeresparks verkauft werden, wo sie Kunststücke zur Belustigung der Besucher zur Schau geben sollen. 12 von 13 Delfinen sterben aber noch in der Bucht. Nicht, weil es einen Markt für ihr Fleisch gäbe, sondern weil die Bootsleute sie für die weniger werdenden Fischbestände in den Meeren verantwortlich machen – irrtümlicherweise. Tabrizi weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es nur die Spitze des Eisberges ist.

Das Blutbad von Taiji; Bildquelle: Seaspiracy. c. Courtesy of Ali Tabrizi

Über die folgenden 90 Minuten folgt der/die Zuschauer*in dem Filmemacher und schaut über seine Schulter, als versklavte Fischfänger vor laufender Kamera über Suizide, unmenschliche Bedingungen und sogar Vertuschungsmorde in der Fischerei-Industrie reden, europäische Fischer den Kleinbetrieben an der afrikanischen Westküste die Existenzgrundlage nehmen und Bestechungsgelder zwischen Fischern und Beobachtern von Regierungen und Umweltschutzorganisationen fließen. Es sind nur ein paar Themen, welche die Dokumentation „Seaspiracy“ behandelt. Am Ende des Filmes fordert Tabrizi auf, aus Liebe zur Erde und humanitären Gründen keinen Fisch mehr zu konsumieren. 

Fußballfan mit musikalischer Dauerbeschallung, wenn nicht gerade selbst am Klavier oder der Gitarre. Eigentlich ein geselliger Typ, der aktuell aber auch seine Liebe für Bücher und exzessiven Netflix-Konsum entdeckt.