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So wird dein Weihnachten nachhaltiger: 8 Tipps

Die Weihnachtszeit ist meist einfach eine riesige Produktionsschlacht: Mit diesen 8 Tipps, könnt ihr euer Fest nachhaltiger gestalten und sicher ohne schlechtes Gewissen genießen.

Still und besinnlich soll sie sein, die Weihnachtszeit – nur meistens ist sie weder das eine noch das andere. Denn wenn wir anstatt ruhige Stunden zuhause zu verbringen, von Geschäft zu Geschäft rennen und wir vor lauter Weihnachtswahnsinn nicht mehr wissen wo uns der Kopf steht, geht leider auch die Besinnlichkeit verloren. Und zwar besinnen wir uns nicht mehr nur auf uns selbst und unsere Liebsten, sondern – und eigentlich vor allem – auch nicht auf Umwelt und Konsumverhalten: Zu Weihnachten steigt die Müllproduktion in Deutschland über zehn Prozent an, jedes Jahr erwirtschaften grosse Warenhändler in den Monaten November und Dezember über ein Viertel ihres Jahreseinkommens und es werden um die 30 Millionen Tannenbäume (größtenteils aus Monokulturen) gefällt.

Damit die Adventszeit und das Weihnachtsfest trotz dem vorherrschenden Plastik- und Neuproduktions-Kommerz etwas besinnlicher und unbedingt nachhaltiger gefeiert werden kann, haben wir 8 Tipps gesammelt, wie du bei deinen Geschenken, der Deko und dem Festessen auf mehr Umweltfreundlichkeit achten kannst.

1

Alternative Adventskalender

Ende November geht es los und wir freuen uns mindestens genau so über unseren Adventskalender wie die Kleinen. Sie sind gefüllt mit Snickers, süßen Nikoläusen oder Pralinés. Jedes mehr oder weniger liebevoll hinter 24 Türchen versteckt und einzeln verpackt. Und hier liegt das Problem: Die herkömmlichen Adventskalender sind eine echte Plastikmüll-Bombe und die Billig-Schocki ist häufig nicht fair produziert. Wie wäre es denn, dieses Jahr auf die alljährlichen rechteckigen Kästen zu verzichten und lieber selbstgemachte zu verschenken? Dabei müssen die Türchen ja nicht immer mit Geschenken gefüllte sein, jeden Tag eine liebe Botschaft oder ein lustiger Spruch können einem die Wartetage genauso versüßen.

Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

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Deko aus der Natur

Hier gilt eine ähnliche Devise: lieber selber machen, als das ganze Budget bereits für die Deko auszugeben und vor allem: Mit Sachen aus der Natur. Denn wer beim Waldspaziergang die Augen für solche Details offen hält, findet unterwegs die besten Bastel- und Dekoutensilien wie Zweige, letze Blätter, dunkle Beerensträucher, Tannenzapfen, etc. Daraus lassen sich genauso schöne (wenn nicht noch viel schönere) Kränze, Sterne und Kugeln wie aus dem Baumarkt basteln, und das Problem mit unnötigem Plastik- oder sonstigem Müll hat man auch nicht.

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LED-Lämpchen und Bienenwachskerzen

Zu Weihnachten soll alles leuchten, der Baum, das Haus, die Kinderaugen. Dass damit eine Unmenge an Strom verbraucht wird, das blenden wir zwei Monate lang gekonnt aus, vor allem wenn alles die ganze Nacht durchleuchten soll. 600 Millionen Kilowattstunden Strom werden jedes Jahr zu Weihnachten verbraucht. Aber es gibt eine gute Nachricht: In den letzten Jahren ist der Stromverbrauch massiv gesunken, da immer mehr Haushalte auf LED-Leuchtkörper umsteigen. Deshalb auch unbedingt dieses Jahr weiterhin LED benutzen und vielleicht doch ab und zu alles ausstecken. Kerzen dürfen natürlich auch nicht fehlen und da am besten auf Bienenwachs umsteigen (wer es sich leisten kann), denn die herkömmlichen sind meist aus dem Erdöl-Abfallprodukt Paraffin, das weder für den Körper noch für die Umwelt besonders gut ist.

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Geschenke selber basteln

Zu Weihnachten verschenken wir natürlich am liebsten Neugekauftes. Das ist praktisch, geht schnell, und je teurer desto wertschätzender, oder? Kreativität, Persönlichkeit und Nachhaltigkeit bleiben dabei auf der Strecke. Dabei ist Selbstgemachtes, Gutscheine für einen tollen Ausflug oder liebe Karten meist viel wertvoller und bleibt länger in schöner Erinnerung. Wollen wir also ein bisschen mehr auf Nachhaltigkeit schauen, dann lasst uns dieses Jahr selber kreativ werden. Und wenn es halt gar nicht anders geht, immer auf die Labels und Siegel der Produkte schauen. Schließlich soll es an Weihnachten allen gut gehen, nicht nur den Beschenkten.

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Packpapier ist das bessere Geschenkpapier

Beim Verpacken bleiben wir gleich dabei: Selber basteln und verzieren ist viel besser, als Haufenweise buntes Geschenkpapier in den Müll schmeißen. Denn ja, das Auspacken gehört zu Weihnachten wie der Glühwein auf den Christkindlmarkt. Aber probieren wir mal was Neues: Recycletes Packpapier kann mit Tannenzweigen, lustigen Stempel-Motiven oder alten Stoffstreifen wunderbar verziert werden. Sieht viel stylischer aus und macht erst recht jedes Geschenk zu einem persönlichen Einzelstück. Alternativ kann alte Zeitung cool aussehen, gänzlich auf Papier verzichtet und mit Tüten oder Körben gearbeitet werden. Wenn es gar nicht anders geht, dann bitte immerhin die Geschenkpapier-Reste aufbewahren und wiederverwenden.

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6

Das Problem mit dem Baum

Nur noch etwa 15 Prozent der Weihnachtsbäume in Deutschland werden von Waldbetrieben verkauft. Die restlichen, der fast 30 Millionen Bäume, werden in Monokulturen aufgezogen, mit Pestiziden gespritzt und meist von weither nach Deutschland verschifft. Deshalb unbedingt darauf achten wo ihr eure Bäume kauft – zum Beispiel vom Verbund Naturland, der seine Bäume nach den Richtlinien ökologischer Waldnutzung bewirtschaftet oder von einem FSC-Anbieter (Zertifikat des Forest Stewardship Council). Alle Bäume sind dementsprechend gekennzeichnet. Ein Bäumchen im Topf ist natürlich auch eine Alternative, die kann sogar nächstes Jahr wieder genutzt oder eingepflanzt werden. Nur bitte keine Plastikbäume, die haben aufgrund Verstaubung und immer wandelnden Geschmäcker gar nicht so eine lange Lebensdauer.

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Einkaufen fürs Festessen

Schlemmen ohne Ende – am Ende der Festtage hat man das Gefühl für die nächsten Monate ausgegessen zu haben. Und für die meisten ist auch klar: Fleisch gehört einfach dazu. Dabei würde es sich lohnen, gerade in unserer Zeit, in der es mittlerweile so unglaublich viele vegane oder zumindest vegetarische Alternativen gibt, mal ein etwas anderes Festessen zu kochen. Die Rezepte überschlagen sich ja geradezu. Am besten schon beim Einkaufen darauf achten, woher die Lebensmittel und Plätzchen und Desserts kommen (wer das nicht eh schon macht) und vielleicht auch das eine oder andere zurück ins Regal stellen, schließlich wird man eh genug haben. Uuund ganz wichtig: Der Foodwaste ist zu keiner Jahreszeit so hoch wie nach Weihnachten, dabei gibt es mittlerweile viele coole Lösungen, wie du das überschüssige Essen nicht wegschmeissen musst (Foodsharing anfragen, öffentliche Kühlschränke, etc.).

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Zugfahren und Car Pool

Weihnachtszeit ist Familienzeit und somit die Reise in die Heimat. Um die ganzen Feierlichkeiten nachhaltig abzurunden, wärs natürlich super, auch die Hin- und Wegreise möglichst ohne Flugzeuge, dafür mehr mit öffentlichen Verkehrsmittel und Car-Sharing anzutreten. Ein großer Vorteil: So kann auch ohne Probleme genüsslich getrunken werden.

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Beitragsbild via Unsplash unter CC0 Lizenz

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