Dass du Gin-Tonic liebst, spricht nicht für deine Psyche!

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Du bist, was du trinkst: Das behaupten zumindest Wissenschaftler der Universität Innsbruck. Diese stellten in ihrer aktuellen Studie einen Zusammenhang zwischen der Vorliebe für bitter schmeckende Lebensmittel wie Gin Tonic, dunkle Schokolade oder schwarzen Kaffee und asoziale Persönlichkeitszügen fest. Geschmacksvorlieben sind eine interessante Angelegenheit, man geht davon aus, dass sie größtenteils genetisch bedingt sind und gewisse Präferenzen schon durch frühe Geschmackserfahrungen langfristig geprägt werden. Gerade bei hippen Getränken wie Gin grenzt das Ganze jedoch eher an eine Lebenseinstellung. In den Hipstervierteln unserer Großstädte schossen die fancy Gin-Bars regelrecht aus dem Boden. Fortan symbolisierte der überteuerte Drink einen gewissen Lifestyle, denn nur mit ihm macht das Leben wieder Gin. Laut einer aktuellen Studie sagte die Vorliebe für den Wacholderschnaps noch viel mehr über dich aus.

 

Was deine Gin-Liebe mit deinem bösartigen Charakter zu tun hat

 

In zwei Durchläufen, bei denen insgesamt 953 Probanden befragt wurden, untersuchten Christina Sagioglou und Tobias Greitmeyer vom Institut für Psychologie an der Universität Innsbruck die Persönlichkeitsmerkmale von Gin-Liebhabern und Kaffeejunkies. Das Ergebnis: Menschen mit einer Schwäche für Bitteres neigen eher zu Alltagssadismus. Neben diesem miesen Merkmal sollen außerdem Attribute wie Psychopathie (Empathielosigkeit, Fehlen von Gewissen und sozialer Verantwortung, Machiavellismus (rücksichtsloses Streben nach Macht) und Narzissmus (überzogene Eigen- oder Selbstliebe, Selbstunsicherheit, Kompensation durch Größenphantasien) in einem Zusammenhang zu den bitteren Geschmacksvorlieben stehen.

 

Eingebildete, narzisstische und eigennützige Gin-Trinker

 

Die Studie ist laut der österreichischen Forscher damit der erste empirische Beweis dafür, dass eine Vorliebe für bitteren Geschmack mit bösartigen Charakterzügen in Zusammenhang steht. Die knapp 1000 Probanden mussten zunächst Speisen nach ihren persönlichen Vorlieben bewerten. Auf der Liste befand sich dieselbe Anzahl süßer, salziger, saurer und bitterer Speisen und Getränke. Anschließend folgten unterschiedliche Fragebögen zu Persönlichkeitsmerkmalen, bei welchen Dinge wie das Aggressionspotenzial von den Probanden selbst eingeschätzt werden mussten. Außerdem wurden die „Big Five“ der Persönlichkeit (Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit) thematisiert und mit den geschmacklichen Vorlieben in Verbindung gesetzt. Demnach sind es vorzugsweise eingebildete, narzisstische und eigennützige, Personen, die zu bitteren Speisen greifen. Bei allen Testpersonen seien jedoch keine krankhaften Störungsbilder zu erkennen, so das Forscherteam.

Grundsätzlich ist es ohnehin eher fragwürdig, inwieweit geschmackliche Vorlieben den Charakter und Persönlichkeitsstörungen beeinflussen und jeder darf trinken und essen, was und wie viel er möchte.

 

Hier findest du den Beweis, das Gin auch eine positive Wirkung haben kann: Studie: Gin Tonic hilft gegen Heuschnupfen

Praktikantin: Nachdem ich mich nun nach vier wunderschönen, bier- und lehrreichen Jahren des Sozialwissenschaftsstudiums Bachelorette schimpfen darf, zieht es mich aus dem schnuckeligen norddeutschen Oldenburg nach München. Hier möchte ich nach dem akademischen Geschreibsel und soziologischen Analysieren an der Uni jetzt über Sachen schreiben, die ich wirklich mag. Und das geht am besten bei ZEITjUNG.