Der unterirdischste Rap des Jahres kommt von einem Mannheimer Politiker

Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Der grottige Rap oder das unprofessionelle Video. Auf dem YouTube Channel ENTERTAINMENT RECORDS gibt der Mannheimer Politiker und Stadtrat Julien Ferrat einen „Rapsong“ zum besten, der mit Entertainment mal so gar nix zu tun hat.

 

Abtreibungsvideo sorgt für Shitstorm

 

Der 25-Jährige „Stadtrat Ferrat“, welcher über die Linke in den Stadtrat gewählt wurde, aber inzwischen für die Familienpartei antritt, hatte schon mit dem Video zu dem Song „Dieser Konflikt“ für einen riesen Shitstorm gesorgt: In dem YouTube Video sind zehn Sekunden lang Szenen einer echten Abtreibung zu sehen. Ferrat möchte so auf eine viel zu krasse Art und Weise gegen Abtreibung vorgehen. Auch sein Song „Mannheimer Ghetto“ sorgt für Ärger und wurde inzwischen auf Druck des Mannheimer Stadtrates gelöscht. In diesem wird deutlich, was der Politik für ein Frauenbild hat: „Ich hab ein großes Selbstbewusstsein und steck mein Ding in jedes Loch rein. Ich bin Mannheimer Stadtrat und bang die Bitches jede Nacht hart.“ Alles klar, tolles Vorbild der Herr Politiker und wow, er kann ja SO gut reimen.

 

„Man sieht sich meistens vor Gericht, U-Haft ist mein Lieblingsgericht.“

 

Ferrat rappt jetzt in „Lifestyle im Knast“ über das heiße Pflaster Mannheim. Er haut dabei Punchlines raus, bei denen Kollegah und Co. vor Neid erblassen würden. Meine 10-jährige Nichte kann geistreicher reimen, kein Scherz. Die Intention seines Channels und weiterer mieser Songs wie „Niemals aufgeben“ auf diesem ist ja eigentlich ganz nett: Der Politiker möchte ernste Themen cool in Rapsongs ansprechen. Leider sind diese aber so schlecht, das man nicht so genau weiß, ob man laut lachen oder weinen soll.

Der oberkrasse Ferrat ist ebenfalls Mitglied im Kulturausschuss des Mannheimer Gemeinderates. Der Politiker engagiert sich für die freie Szene im Rhein-Neckar Gebiet – und das unter anderem mit seinen fancy Rapsongs. In dem aktuellen Video beschäftigt er sich mit der Glorifizierung von Gewalt im „Rapgame“. Er will eben mit allen Mitteln auf die Gewaltproblematik in Mannheim aufmerksam machen, denn bundesweit sitzen rund 60.000 Menschen in Haft, davon rund 700 in Mannheim.

 

„Nein das Leben ist nicht schön im Bau, fast alle kommen aus dem Plattenbau.“

 

Das Ganze erinnert dabei leider eher an 14-jährige Jungs, welche mit Papas Videokamera ihre ersten Rapversuche zum Besten geben. Am Schlimmsten ist das null nachvollziehbare positive Feedback auf dem YouTube Channel: „Wunderbar! Bei diesem Song kann ich jedes Wort, das Du rapst, verstehen. Dadurch bekomme ich auch die Lyrics mit“ oder „Ich like gern tolles video???“.

Naja, das sehen wir ein bisschen anders. Wie findet ihr das?

https://www.youtube.com/watch?v=XwuNcDOqE1o

https://www.youtube.com/watch?v=2MQwjLKRpaU

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