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Vorsicht bei Tattoo-Entfernung: In Deutschland darf jeder mit Lasern spielen

Wenn uns ein Tattoo nicht mehr gefällt, lassen wir es einfach weglasern. Doch Vorsicht: wer an einen Pfuscher gerät, hat mit lebenslangen Folgen zu kämpfen.

Die Beziehung mit Anne ist seit 2 Jahren vorbei, aber sie ist immer noch Teil deines Oberarm in Form eines Tattoos im Schriftzug Vivaldi? Weg damit! Allerdings solltest du aufpassen, bei wem du dir dein Tattoo weglasern lässt. Denn hierzulande kann sich jeder Laie als Tattooentfernungsspezialist ausgeben und mit einem unzertifizierten Laser, der irgendwo erworben oder gar gefunden wurde, deine Tattoos entfernen. Dabei können gravierende Verletzungen, zum Beispiel Narben oder Löcher, entstehen, die dein Leben lang bleiben. Deswegen fordert die Bundesregierung nun, dass nur noch Fachärzte unliebsame Tätowierungen entfernen dürfen.

 

Laser vom Schrottplatz

 

Tattoo-Entfernungen werden faktisch als kosmetische Behandlungen angesehen, für die im Moment keine speziellen Qualifikationen nötig sind. Das will die Bundesregierung nun gesetzlich ändern und nur noch Fachärzten die Entfernung von Tattoos erlauben. Schließlich sind Tattooentfernungen mit teils gravierenden gesundheitlichen Risiken verbunden. Dennoch ist es hierzulande eine Leichtigkeit, ein Lasergerät zu erwerben, einen Laden zu mieten und gegen Bezahlung sämtliche Tiger, Stefans und Totenköpfe zu entfernen. Das bemängelt auch der Dermatologe und Tattooentfernungsspezialist Christian Raulin im Interview mit Deutschlandfunk Nova: „Es gibt Schrotthändler, die kaufen sich einen Laser aus China, der hat noch nicht mal eine Betriebsanleitung. Und mit dem fangen sie an, auf Menschen rumzuschießen. Das ist unglaublich.“ Deshalb fordern Ärzte nun, dass die Verwendung von zertifizierten Geräten zur Regel gemacht wird.

 

Entfernung von Farben nicht immer möglich

 

Doch auch medizinische Fachkenntnisse wären laut Raulin von Nöten, da zudem eingeschätzt werden muss, ob sich ein Tattoo überhaupt entfernen lässt. Immerhin ist dies bei ungefähr einem Drittel aller Tätowierungen nicht möglich, vor allem, wenn die Farben Violett, Gold und Braun im Spiel sind. Tattoo-Entfernungsspezialisten sehen dann meistens vom Weglasern ab, wenn sie sich nicht im Klaren darüber sind, welche Farben tatsächlich verwendet wurden. Wird ein undefinierbar-buntes Tattoos weggelasert oder der Laser falsch benutzt, kann dies zu schwerwiegenden Löchern und Narben auf der Haut führen.

 

Versteckter Hautkrebs unter den Tattoos

 

Außerdem können Allergien, die in Folge eines Tattoos entstanden sind, durch die Entfernung der Tätowierungen noch schlimmer und sogar im ganzen Körper verteilt werden. Auch ist es wichtig, zu überprüfen, ob sich in dem Tattoo ein bösartiger Hautkrebs befindet. Zum Beispiel könnte ein Melanom, ein schwarzer Hautkrebs, durch ein Tattoo verdeckt sein. Wenn ein medizinischer Laie dort anfängt zu lasern, explodiert das Melanom und richtet unvorstellbaren Schaden an.

 

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Bildquellen:

Titelbild: Unsplash unter CC0 Lizenz

Facebookbild: Med Badr Chemmaoui & Trinity Treft

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