Unpopular Opinion: Warum offene Beziehungen alles andere als einfach sind

Keine Besitzansprüche = keine Exklusivität

In meiner ersten Beziehung war ich in der komfortablen Situation, dass mein Ex-Freund tatsächlich nur Augen für mich hatte, und das wusste ich auch. Jetzt fühlt sich ein Treffen mit meinem Auserwählten und meinen Freundinnen auf jeden Fall anders an, als es früher der Fall war. Es fühlt sich auch anders an, mit ihm durch die Stadt zu laufen oder über andere Frauen zu reden.

Am schwersten fällt es mir aber nicht, zu akzeptieren, dass er sich sexuell auch zu anderen Frauen hingezogen fühlt. Am schwersten wiegt die Angst, dass die emotionale Bindung, die er zu einer anderen hat, stärker werden könnte, als die zu mir.

Ich weiß zwar, dass er mich nicht weniger liebt, wenn er Gefühle für eine andere hat – aber ich bin noch lange nicht an dem Punkt angekommen, an dem ich frei von Verlustängsten und Exklusivitätswünschen bin.

„Was machst du heute noch so?“ – Betretenes Schweigen

Belanglose Fragen wie „Was machst du heute noch so?“ oder „Was hast du gestern so gemacht?“ werden zum Minenfeld. Ich weiß, dass er mich nicht anlügen würde. Und er weiß, dass es mir schwerfällt, zu hören, dass er sich gestern mit einer anderen Frau getroffen hat. Also schweigt er kurz und überlegt, wie er es formulieren soll. Und ich weiß schon in diesem Moment Bescheid.

Das Problem ist, dass ich für mich noch nicht herausgefunden habe, ob und wie viel ich darüber wissen will. Womit es mir am besten geht, kann ich aber nur durchs Ausprobieren feststellen. Und manchmal trete ich beim Ausprobieren auf eine Mine und es fühlt sich an, als würde mein Herz kurzzeitig explodieren vor Schmerz. Es ist nicht einfach, das richtige Maß zu finden – und bis ich es gefunden habe, wird es von Zeit zu Zeit wohl immer wieder wehtun.

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!