Wincent Weiss

ZEITjUNG: Du pflegst eine enge Beziehung zu deinen Fans. Du bist dir nicht zu schade in Menschenmengen zu gehen und machst regelmäßig Fanaktionen. Gab es einen Moment, in dem dir bewusst wurde: Krass, ich habe ja Fans? Oder war es eher ein schleichender Prozess?

Wincent Weiss: Ich glaube, es sind die Momente, wenn man auf öffentlichen Stellen erkannt wird. Zum Beispiel an Bahnhöfen oder der Innenstadt, wenn Leute deinen Namen schreien oder hinterherlaufen und Fotos machen wollen. 

Am meisten kann man es an Konzerten festmachen. Als ich gesehen habe, dass 100 Leute pro Stadt zu meinen Konzerten kommen und jetzt 10.000 Leute, wird einem das Wachstum klar. Aber Fans hat man, glaube ich, ab der ersten Person, die die Musik hört oder Zuspruch gibt. 

ZEITjUNG: Gibt es ein verrücktes Fanerlebnis, das du niemals vergessen wirst?

Wincent Weiss: Viele. Wir machen auch viele Fanaktionen. Einmal haben wir einen zweiten Tourbus geordert und Fans eingeladen, die mit mir im Tourbus eine Nacht in die nächste Stadt mitreisen konnten. Das war schon verrückt. (…) Wir hatten unten im Tourbus einen schönen Abend, haben Mucke gehört, Pizza bestellt und gegessen. Das Alter ging von 18 bis Mitte 70. Die Fans haben auch gesagt: Wincent steigt in der Nacht bestimmt an der Tankstelle in den anderen Bus, aber ich bin einfach bei ihnen geblieben. Morgens mit ihnen aufgewacht, alle in Schlafklamotten aus dem Bus gepurzelt, alle erstmal duschen – also alle einzeln (lacht). 

ZEITjUNG: Mir kommt es so vor, dass dein neuestes Album „Vielleicht Irgendwann“ dein persönlichstes Album bis jetzt ist. Eine Einschätzung, die du teilst?

Wincent Weiss: Ich glaube, man denkt, dass es so persönlich ist, weil es so viel um mich selbst geht. Die anderen Alben sind auch persönlich, gehen aber eher um Situationen zwischen mir und anderen Leuten. Jetzt habe ich sehr viel über mich selbst und meine Gedanken geschrieben. 

Ich schreibe die Alben immer situationsgeschuldet. Das zweite Album ist nach meiner Trennung entstanden, also geht es natürlich viel um die Ex-Freundin und verflossene Liebe. Das dritte Album entstand in dieser Zwangspause, in der man Zeit hatte zu reflektieren und Dinge Revue passieren zu lassen. 

ZEITjUNG: Die vielleicht schwierigste Frage zum Schluss: Wer wird Europameister?

Wincent Weiss: Das ist doch einfach (lacht)! (…) Mit so einem EM-Song im Hintergrund, da kann es ja nur gut laufen. 

Mehr zum Thema:

Folge ZEITjUNG auf FacebookTwitter und Instagram!

Bildquelle: Marvin Ströter