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Ein Tag als Kontrolleurin in den Straßenbahnen

Schwarzfahrer kontrollieren und mit herzloser Miene Geld einsacken? Wir wollten wissen, wie der Alltag als Kontrolleur wirklich aussieht.

Der Beruf – früher ging es darum, Geld zu verdienen, heute geht es um viel, viel mehr. Es gibt Jobs, bei denen die Anerkennung der Mitmenschen mit im Vertrag steht, jene, bei denen uns Spießer auf die Stirn tätowiert wird und andere, die zwar nett belächelt, aber eher für anspruchslos gehalten werden. „Du bist, was du machst“, mit diesem Spruch auf der Fahne fährt die Klischee-Kutsche durch unsere Gesellschaft und kommt nach wie vor nicht von ihrem Weg ab. Wir definieren uns und andere über unsere Berufe und sind genau deshalb auf der Suche nach dem einen, der uns erfüllt und ernährt. Aber was ist mit den Berufen die in Vergessenheit geraten sind, Angst machen, untypisch sind, von Sagen umwoben, abschreckend, unbeliebt, veraltet? Welcher Mensch möchte schon Metzger sein? Ist als Stewardess zu arbeiten wirklich eine niemals endende Reise? Was ein Boazn-Besitzer wohl so alles erlebt in einer Nacht? ZEITjUNG will’s wissen und schickt seine AutorInnen für einen Tag in die unterschiedlichsten Berufe, dieses Mal in den als Kontrolleur.

Es ist sechs Uhr morgens, eine kalte Brise weht mir die Haare ins Gesicht. Ich stehe an der Haltestelle und warte auf die Straßenbahn. „Das werde ich heute wohl öfter machen“, denke ich mir noch, als die Tram quietschend um die Ecke biegt. Denn den Rest des Tages werde ich mit Kontrolleuren unterwegs sein.

Das Image der Kontrolleure in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist in den meisten Städten etwa gleichzusetzen mit dem eines strengen Lehrers in der Schulzeit. Du kannst den Lehrer ertragen, solange du deine Hausaufgaben erledigt hast und keine Aufmerksamkeit auf dich ziehst. Vergisst du allerdings die Hausaufgaben, wirst du alles tun, um ihm aus dem Weg zu gehen. Kontrolleure sind der Feind, auch wenn man einen Fahrschein hat. Sie gelten als gemein, unfair und herablassend. Aber was ist wirklich dran an den ganzen Vorurteilen?

Seit vier Jahren wohne ich nun schon in Augsburg. Kontrolliert wurde ich in dieser Zeit nur relativ selten. Trotzdem gehört es irgendwie zum Leben in der Stadt. Prüfer gibt es überall, wo es Öffis gibt. Was in Augsburg allerdings besonders ist – auch Studenten können als Kontrolleure arbeiten. Und mit einer reinen Studenten-Partie verbringe ich meinen ersten Tag als Kontrolleurin.

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