Black lives Matter – wurde gehandelt?

Black Lives Matter Demonstration

Das Jahr 2020 war in jeder Hinsicht ein eindrucksvolles. Als wir im Sommer eine kleine Corona-Verschnaufpause erhielten, beschäftigte uns ein anderes Thema: die Black-Lives-Matter Bewegung (BLM), die nicht nur in den USA, sondern auch bei uns in Europa hohe Wellen schlug. Was ist aus ihr geworden und hat sich seit den Demonstrationen eigentlich etwas geändert?

Die Bewegung gibt es schon länger, der Auslöser für die Massenproteste des letzten Jahres war allerdings der Tod des Schwarzen George Floyd, der bei einer Festnahme am 25. Mai 2020 getötet wurde. 8 Minuten und 46 Sekunden lang drückte ein weißer Polizist sein Knie in den Nacken des Festgenommenen. Er wurde bewusstlos und verstarb kurze Zeit später. Floyds Worte „I can’t breathe“ waren auf vielen Protestplakaten zu lesen. Bei vielen Demos schwiegen die Teilnehmer 8 Minuten und 46 Sekunden, um Floyd zu gedenken.

Der Fall war nur einer unter vielen Fällen der Polizeigewalt gegen Schwarze. Auch Eric Garner, Michael Brown, Tamir Rice, Philando Castille und Breonna Taylor starben aufgrund von Polizieigewalt in den USA. Und sie sind nur die Spitze des Eisbergs des strukturellen Rassismus. Afroamerikaner machen ein Drittel der Gefängnisinsassen, aber nur 13% der erwachsenen US-Bevölkerung aus. Afroamerikanische Männer haben ein 2,5 Mal höheres Risiko, von der Polizei getötet zu werden, und auch andere ethnische BIPoC-Gruppen sterben eher bei Polizeieinsätzen als Weiße. Die Diskriminierung und Benachteiligung findet sich in allen Lebensbereichen wieder, sei es in der Karriere, bei der Wohnungssuche, in der Schule oder bei ganz alltäglichen Dingen wie Spazieren im Park oder Bahnfahren. In den USA bringen schwarze Eltern ihren Kindern bei, sich im Falle einer Polizeikontrolle absolut ruhig und unterwürfig zu verhalten, um keinerlei Aggression seitens der Polizei zu provozieren. Was weiße Menschen ohne nachzudenken tun – joggen, Autofahren, demonstrieren, schlafen – all das ist für BIPoC ein Risiko. Vorsicht, Angst und Notfallpläne sind allgegenwärtig, weil sie nötig sind.

Immer unterwegs. Momentan wahrscheinlich in den französischen Alpen. Leicht zu begeistern. Ganz besonders für Sport, vegane Leckereien, gute Romane, Yoga und Fremdsprachen.