Chung-Yun Yoo: „Kunst mit dem Thema Rassimus kombinieren“

Die Illustratorin und Art Direktorin Chung-Yun Yoo spricht über ihre Kunst. Quelle: © Chung-Yun Yoo

Auf Instagram teilt die Illustratorin und Art Direktorin Chung-Yun Yoo ihre Kunst, die anti-rassistisch und empowernd ist. Ihre Worte sind klug, ihre Texte wichtig und stark, ihre Illustrationen authentisch und persönlich. In ihnen zeigt sie Vorurteile und Stereotype auf, erzählt ihre und die Diskriminierungserfahrungen von anderen Menschen. Sie amplifiziert die Stimmen von marginalisierten Menschen und gibt ihnen Raum. Sie regt zum Lernen an, zum Nachdenken und Hinterfragen. Sie lässt uns fühlen, was wir wissen. Im Interview spricht sie über ihr Schaffen und warum sie anfing, Rassismus zu thematisieren.

ZEITjUNG: Was liebst du am meisten an deiner Arbeit?

Chung-Yun Yoo: In meiner Tätigkeit als Art Direktorin und Illustratorin habe ich die Möglichkeit, Geschichten zu erzählen und neue Welten zu schaffen. Ich liebe es, kreativ zu werden und Botschaften visuell ansprechend zu verpacken, um sie den Menschen zugänglich zu machen.

ZEITjUNG: Wie hast du deinen Stil gefunden?

Chung-Yun Yoo: Ich würde nicht sagen, dass ich „meinen Stil“ gefunden habe. Ich denke, es ist ein immerwährender Prozess. Genauso wie jeder Mensch sich im Laufe der Jahre verändert und sich weiterentwickelt, passt sich auch dein Stil dementsprechend an. Aber was ich immer sehr gerne in meine Arbeit integriere und sich wohl nicht so schnell ändern wird, sind Farben. Gerne viel und bunt!

© Chung-Yun Yoo

ZEITjUNG: Wer (oder was) inspiriert dich?

Chung-Yun Yoo: Andere Künstler*innen, wie z.B. Malika Favre oder Petra Eriksson. Aber auch Design- oder Fashion-Magazine. Ich stöbere gerne nach großartigen Farbkombinationen oder Mustern, die ich in irgendeiner Weise in meine Illustrationen integrieren kann. Außerdem kommen viele meiner Ideen oder Konzepte auch von alltäglichen Erlebnissen und Geschichten.

ZEITjUNG: Als Künstler*in ist es manchmal gar nicht leicht, zufrieden mit dem Erschaffenen zu sein. Wie ist das bei dir und wie gehst du damit um?

Chung-Yun Yoo: Oh ja, ich bekenne mich schuldig! Es gibt Tage, wo man mit allem, was man produziert, nicht zufrieden ist. Ich versuche mich dann von meiner Arbeit ein wenig zu distanzieren, lese ein Buch, gehe spazieren, schaue eine Serie – irgendwas, was nichts mit Illustrationen oder Design zu tun hat. Danach fällt es mir leichter, mit einem frischen Blick draufzuschauen.