Die meisten Menschen in Deutschland haben ein Dach über dem Kopf, einen gefüllten Kühlschrank, eine Familie und/oder zumindest Freunde sowie eine Tätigkeit, der sie nachgehen. Also eigentlich alles, was man im Leben braucht. Die Grundbedürfnisse sind gestillt und dennoch fühlen sich viele Menschen unglücklich und einsam. Und das ist nicht nur seit Corona so, sondern war auch schon vorher problematisch.

Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Erkrankungen und das, obwohl das Leben doch durchschnittlich immer besser wird, sollte man zumindest meinen. Die Zahl an Angststörungen, der Depressiven und von Burnout Betroffenen war noch nie so hoch wie heute. Das zumindest geht aus den jährlich von den Krankenkassen erhobenen Ausfalltagen hervor. Immer mehr Menschen fallen arbeitstechnisch aus, weil es ihnen psychisch nicht gut geht. Doch woran liegt es, dass Deutschland im Ranking des jährlich erhobenen World Happiness Rekord mit Platz 17 im Vergleich zu anderen Ländern so schlecht abschneidet? Wovon hängt unser Glück ab und wie können wir es zum Guten lenken?

The Struggle is real

Zuerst einmal kann man psychische Erkrankungen selbstverständlich nicht über einen Kamm scheren. Viele Menschen haben einen guten Grund für ihr Unbehagen. Aber viele befällt es auch einfach so. Von jetzt auf gleich wird ihnen der Boden unter den Füßen fortgerissen. Nicht immer muss eine schlimme Kindheit oder ein einschneidendes Erlebnis der Auslöser dafür sein. Manchmal triggern Stress, zu viel Nachdenken und ein toxisches Umfeld psychische Erkrankungen oder eine generelle Unzufriedenheit. Das ständige Vergleichen mit anderen auf Social Media tut hierbei sein Übriges. So haben wir dieses Jahr dank der Whistleblowerin Francis Haugen erfahren, dass Facebook gar nicht im Sinn hat, seine User*innen glücklich zu machen, denn Glück verkauft sich schlecht. Wütende Nutzer*innen zahlen sich dagegen aus. Das ist die traurige Wahrheit. Unsere bestehende Konsumkultur suggeriert uns ständig nur, was wir nicht haben, was wir aber unbedingt haben müssen, denn nur dann sind wir glücklich. Haben wir dem Kaufdrang nachgegeben, kommt die nächste Masche, bis wir irgendwann merken, dass wir zwar in einem Haus voller toller Sachen sitzen, unsere Herzen aber leer bleiben. Irgendetwas läuft da gehörig falsch und bis wir es merken, sind wir oft schon gefangen in einem Teufelskreis der Unerfülltheit.

Konsumieren statt Genießen

Schauen wir uns doch einmal den unangefochtenen Sieger des World Happiness Rekordes an: Finnland. Dieses Land lehrt uns mit seiner stabilen Infrastruktur und seiner unbestechlichen Politik vor allem eines, nämlich, dass ein gesundes soziales Umfeld wichtiger ist als der Konsum von Statussymbolen. Denn der Mensch besteht nur in Gesellschaft. Er kann sich zwar kurzfristig glücklich kaufen, posten oder bingen, jedoch macht ihn das auf lange Sicht nicht zufriedener. Social Media, so viele Vorteile es auch hat, macht bei zu viel Nutzung schlechte Laune und unterm Strich einsam. Stattdessen ist es wichtig, Kontakte in real life zu pflegen und sich mit den richtigen Menschen zu umgeben. Menschen, die dir guttun.