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Frauen mögen’s heiß am Arbeitsplatz – Männer lieber kalt

Eine Studie zeigt: Frauen sind bei wärmeren, Männer hingegen bei kühleren Temperaturen produktiver.

Was recht anzüglich klingt, hat keinerlei sexuellen Hintergrund. Nein, es geht tatsächlich um Temperaturen. Dass Männer und Frauen ein unterschiedliches Temperaturempfinden haben, ist nichts Neues. Frauen ist gefühlt immer und überall kalt, Männer dagegen haben immer warme Hände und jederzeit einen Pulli oder eine Jacke bereit, die sie einer frierenden Dame ganz gentleman-like über die Schulter schmeißen können. Stereotypen, die tatsächlich zutreffen. Frauen frieren wirklich viel öfter als Männer.

Was hat Temperatur mit Arbeitsproduktivität zu tun?

Das lässt sich sehr gut am Arbeitsplatz beobachten. Während sie sich bei geöffnetem Fenster sofort in einen dicken Schal schmeißt, sitzt er gelassen im T-Shirt da. Von Gänsehaut keine Spur. Und die Temperatur kann sich nun offiziell bestätigt auch maßgeblich auf die Arbeitsproduktivität auswirken. Welchen Einfluss genau die Temperatur haben kann und ob es dabei geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, untersuchte eine Gruppe von Forschern aus Berlin und den Vereinigten Staaten in einem Experiment. Mehr als 500 Studenten sollten innerhalb eines bestimmten Zeitabschnittes Kopfrechen-, Wortbildungs- und Logikaufgaben lösen – Anreiz war eine finanzielle Belohnung. Bei der Studie wurden mehrere Durchläufe gemacht, bei denen die Versuchskaninchen zufällig ausgewählt wurden und die Raumtemperatur, ebenso zufällig, zwischen 16 und 32,5 Grad variierten.

Die weibliche Produktivität steigt mit der Temperatur

Die Experten in Berlin kamen zu dem Ergebnis, dass Frauen bei wärmeren Temperaturen produktiver sind. Am produktivsten waren Frauen sogar bei über 30 Grad. Schwer vorstellbar, bei Temperaturen an die 30 Grad denkt man doch zuerst an einen entspannten Tag am See – und nicht an die optimalen Gegebenheiten für einen konzentrierten Workflow. Und trotzdem: Während die Mathe-Leistung bei den Frauen mit jedem weiteren Grad um 1,76 Prozent zunahm, nahm sie bei den Männern mit jedem Plusgrad mehr um 0,6 Prozent ab. Stark klimatisierte Büros sind demnach Männer-, leicht beheizte Arbeitsräume sind Frauensache. Das Experiment dauerte nach Angaben der Forscher allerdings nur eine Stunde, für signifikantere Ergebnisse wären zusätzliche Studien über einen längeren Zeitraum nötig.

Gibt es die ideale Raumtemperatur für Frau und Mann?

Es stellt sich nun die Frage nach der idealen Raumtemperatur in Großraumbüros. Gibt es die überhaupt, also für Frau UND Mann? Die Studie lässt die Frage offen, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfiehlt aber eine Temperatur-Range zwischen mindestens 20 und maximal 26 Grad. Der Trend geht aktuell immer mehr zu Open Office und Shared Office Räumen – individuelle Temperaturvorlieben lassen sich in offenen Großraumbüros nur schwer erfüllen. Für uns Frauen heißt es also warm anziehen, für die Männer heißt es, einen kühlen Kopf bewahren. Oder aber man (oder besser frau) bleibt gleich im Home Office – da kann man sich die Temperatur genau so einstellen, wie für die eigene Maximal-Produktivität eben nötig.

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Bildquelle: via Pexels unter CC0 Lizenz

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