Was ist eigentlich Freeganismus?

Frau mit Obst in einer Plastiktüte. Bild: Pexels

Egal ob vegetarisch, keto oder frutarisch, in den vergangenen Jahren gab es viele Ernährungstrends. Manche kamen und gingen wieder. Andere blieben bestehen. Viele davon fand ich spannend. Was steckt dahinter? Was ist das Ziel? Und so setzte ich mich mit einigen von ihnen näher auseinander. Denn in Zeiten, in denen immer mehr Menschen aus den Kirchen austreten, scheint die Ernährung irgendwie zur Ersatzreligion geworden zu sein.

Da kann selbst die Packung Milch auf dem Frühstückstisch die Familie spalten. Und so informierte ich mich zunehmend über Lacto-Vegetarier, Veganer und Flexitarier, sodass ich irgendwann mit Fug und Recht behaupten konnte, ziemlich gut im Bilde zu sein. Das änderte sich jedoch, als mir der Begriff Freeganismus vor die Füße fiel.

Ich war besorgt. Free wie frei? Also nichts? Ernähren sich diese Menschen nur von Luft und Liebe? Nein, weit gefehlt! Denn bei Freeganismus handelt es sich vor allem um Konsumkritik.

Um den Freeganer an sich besser verstehen zu können, sollte man zunächst eine Einordnung der verschiedenen Ernährungsformen vornehmen. Denn seien wir ehrlich: Es ist kompliziert.

Wer isst was warum?

Also, Veganer verzichten auf alle tierischen Inhaltsstoffe in Lebensmitteln. Das bedeutet, sie essen beispielsweise keinen Joghurt, trinken keine Kuhmilch und verzichten auf Fleisch, Fisch und Eier. Jeder Veganer ist somit auch automatisch Vegetarier, denn die verzichten nur auf Fisch und Fleisch. Pescetarier hingegen essen kein Fleisch, jedoch Fisch, und Flexitarier machen innerhalb der pflanzlichen Ernährung Ausnahmen für tierische Produkte. So weit, so gut.

Gründe, warum Menschen sich vegan oder vegetarisch ernähren, gibt es viele. Die einen tun es für die Umwelt, die anderen für die Gesundheit und die dritten aus ethischen Gründen. Freeganer hingegen wollen mit ihrer Art der Ernährung ein Statement gegen die Verschwendung von Lebensmitteln setzen.

Etwa 75 Kilo Essen schmeißt jede*r Deutsche pro Jahr weg. Das ist so viel, wie ich wiege. Und mit 52 Prozent entsteht der Großteil der Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten. Wir können uns also alle mal an die eigene Nase fassen, wenn es um Lebensmittelverschwendung geht. Da brauchen wir gar nicht auf ALDI, LIDL und Co. zu zeigen.

Dorfkind und Wunschgroßstädterin. Veganerin mit Vollmilchschokoladen-Problem. Indie-Fan mit Schlager-Playlist. Frühaufsteherin mit Nachtschwärmersyndrom. Pragmatikerin mit dem Kopf in den Wolken. Unterm Strich: Genauso verloren in meinem Lebensentwurf, wie es meiner Generation immer nachgesagt wird.