Ein Kommentar zum Gender-Dilemma

Gendergerechte Sprache und Diskrimination

Immer mehr Menschen fangen an, schriftlich und auch mündlich zu gendern, also mit ihrer Sprache alle Geschlechter mit einzubeziehen. Doch das Gendern trifft nach wie vor auf viel Gegenwind und auch viel Hass – Gendergaga, Genderwahn oder auch feministische Kampfsprache sind nur einige Begriffe, die gerade von der rechten Seite genutzt werden – doch nicht nur: Konservative, Liberale und auch Frauen lehnen das Gendern mehrheitlich ab. Ich bin Befürworterin vom Gendern und möchte wissen, ob es Argumente gibt, die tatsächlich dagegen sprechen.

Gender-Dilemma

Vor einiger Zeit habe ich das Video Das Gender-Dilemma der YouTuberin Sashka angeschaut, in der sie das Thema Gendern aufgreift und Argumente aufzählt, die ihrer Meinung nach begründen, warum Gendern ineffizient ist und sie demnach dagegen ist. Dabei betont sie, dass sie diese Meinung eben als eine von vielen Frauen vertritt, die sich von gendergerechter Sprache nicht angesprochen fühlen. Ich war umso mehr daran interessiert zu erfahren, warum eine junge Frau sich dagegen ausspricht und ob es vielleicht doch Argumente gibt, die meine Sichtweise ändern. Die YouTuberin bezieht sich in ihrer Argumentation vor allem auf ein Buch: Genug gegendert! Eine Kritik der feministischen Sprache von Tomas Kubelik aus dem Jahr 2015. Ich bin interessiert zu erfahren, welche Argumente dagegen sprechen und ebenso bereit, meine Einstellung zum Thema zu ändern. Ich möchte daher die einzelnen Argumente unter die Lupe nehmen und herausfinden, was dran ist.

Genug gegendert!

Zu aller erst zum Autor und dem Buch selbst. Ich finde es absolut legitim, das Gendern kritisch zu betrachten, dazu Kritik und Gegenargumente zu äußern. Fragwürdig finde ich jedoch, dass Sashka sich dabei auf ein Buch bezieht, dessen Autor AfD-Sympathisant ist oder zumindest dieser Partei sehr nahe steht. Denn Tomas Kubelik ist auch Autor auf der Seite cuncti, die von Kevin Fuchs und Dr. Alexander Ulfig betrieben wird, die auch auf Webseiten von Beatrix von Storch und ihrem Mann als Autoren tätig sind. So wird sich auf der cuncti-Seite selbst z. B. über gegenderte Sprache lustig gemacht und gleichzeitig gegen die Grünen gehetzt, wenn es heißt: „[der] Wahlprogramm-Entwurf der „Grün_*/:innen“ (oder so ähnlich)“ habe 348 Gender-Sternchen, „womöglich in der Hoffnung, dass das Programm keiner liest“ oder wenn sprachliches Gendern als „logopädiebedürftige Gender-Grimassensprache“ bezeichnet wird.

Denkt intersektionalen Feminismus und setzt sich für Gleichberechtigung jeglicher Form ein. Nach ihrem Studium der Theater- und Kommunikationswissenschaft baut sie sich jetzt – auf dem Weg zur Schauspielerei – ein zweites Standbein als Autorin auf.