Gendern: Überflüssige Gleichberechtigung oder Wissenschaft?

Was sagt die Wissenschaft zur gendergerechten Sprache? Bild: Unsplash

In der ZDF-Wissenschaftsreihe „Leschs Kosmos“ präsentiert Professor Harald Lesch die wissenschaftliche Perspektive zu relevanten Forschungen und Themen, die die Gesellschaft prägen und bewegen. Dieses Mal beschäftigt sich der Astrophysiker mit einem viel diskutierten Thema: dem geschlechtergerechten Sprachgebrauch.

Die Debatte um das Gendern wird heiß diskutiert, und der Gebrauch ist ziemlich umstritten. In der neuen Ausgabe seiner Sendung möchte Professor Harald Lesch einen wissenschaftlichen Blick auf das Thema werfen und der Frage nachgehen, ob wir wirklich anderes denken, wenn wir anders sprechen. Dazu führt er einige Beispiele an, die nicht nur beweisen sollen, dass das Verwenden des generischen Maskulinums in unserem Sprachgebrauch Frauen und andere Geschlechter kategorisch ausschließt, sondern dass sich Sprache auch auf unser Verhalten auswirkt.

2001 haben Forscher*innen im Rahmen einer Studie 100 Studierenden aufgetragen, Idole aus Sport und Musik zu nennen. Dazu wurden die Proband*innen in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Hälfte erhielt den Auftrag, Sportler und Musiker aufzuzählen – die Frage wurde also im generischen Maskulinum formuliert. Bei der zweiten Hälfte wurde nach Sportler*innen und Musiker*innen gefragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die erste Gruppe nannte mehrheitlich männliche Idole, die zweite Gruppe viel häufiger Frauen. Laut Harald Lesch zeigt die Studie deutlich, dass es einen großen Unterschied macht, ob Personen des anderen Geschlechts einfach nur mitgedacht werden oder ob diese explizit angesprochen werden.