Hassobjekt: Landstraßen

Ein Traktor fährt übers Land. Bild: Pexels

Jeder kennt sie, jeder hasst sie und doch brauchen wir sie wie die Luft zum Atmen: Nervige Klientele und unnütze Gegenstände des Alltags, über die man sich so richtig schön echauffieren kann – da geht es den ZEITjUNG-Autor*innen nicht anders. Deshalb lassen wir unserer Wut in der Reihe „Hassobjekt“ einfach freien Lauf und geraten überspitzt in Rage. Eins ist sicher: Nichts ist uns heilig und keiner wird verschont. Dieses Mal auf der Abschussliste: Landstraßen.

Schlimmer als jede rote Welle, ungestüm wie die raue See – Landstraßen. Sie sind mein Erzfeind unter den asphaltierten Wegen. Denn man weiß einfach nie, wie es läuft, es kann so oder so ausgehen. Ihre beständige Unberechenbarkeit macht sie dabei zu einem wahren Hassobjekt. Hier sind 6 Gründe, warum Landstraßen das Rodeo des Autofahrens sind. Denn bucklig sind die Straßen allemal!

Die gute alte Landluft. Aahhhhhhh.

Endlich habe ich es geschafft. Ich verlasse das kleine Dorf, in dem man wirklich nur 30 km/h fahren darf, weil zwei Blitzer die Ortsein- und ausfahrt zieren. Ich drücke auf das Gas, mein Fenster ist einen Schlitz offen und warme Luft bläst mir durch die offenen Haare. So fühlt sich Freiheit an! Meine Sonnenbrille verwandelt die Äcker und das Grün um mich herum in ein romantisches Licht. 1,5 Kilometer Freiheit liegen vor mir, bis mir das nächste Dorf Reifenschellen anlegt. Ich drücke noch fester aufs Pedal. Doch dann plötzlich überkommt mich ein Schwall warmes Güllearoma. Ich schließe hektisch und nahe dem Ersticken die Fenster, doch zu spät, der Geruch ist drin und mir ist schlecht.

Im Wagen vor mir fährt die Rentnergesellschaft

Rada rada radadada, rada rada radadada. Im Wagen vor mir fährt ein alter Rentner. Das kennen wir doch alle. Man darf offiziell 100 km/h fahren. Doch was macht die Person vor dir? Sie fährt 80 km/h. 80! Mit 60 PS muss man sich aber jedes Überholmanöver schon sehr genau überlegen. Und so überhole ich dann meistens doch nicht und ergebe mich zähneknirschend meinem Schicksal.

Guck mal, ein Traktor!

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Das gleiche gilt für Traktoren, die es lieben noch vor dir rauszuziehen, obwohl nach dir niemand mehr kommt! Neulich habe ich es sogar geschafft, dass gleich drei Traktoren vor mir gefahren sind.

Polonaise

6 Gründe, warum das Autofahren auf Landstraßen echt nervig sein kann.
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Ihr wollt wissen, was das Straßenbild vollends komplett macht? Ich sag`s euch: Ein*e Fahrradfahrer*in zwischen Traktor und Rentnergesellschaft. Bereit für den festlichen Schreittanz. Polonaise Ahoi!

Als Bücherwurm das Licht der Welt erblickt, verzehrt sie auch heute noch Kästner, Precht und Heidegger zum Frühstück. Auf der Suche nach der perfekten Metapher treibt sie das Fernweh in die schönsten Schlupfwinkel der Erde. Wenn sie nicht schreibt oder liest, findet man sie in den Bergen, beim Klettern, oder auf ihrem Pferd durch die Großstadtprärie reitend.