In der Krise zum Großkonzern? Tipps für Berufseinsteiger*innen

Menschen auf Zebrastreifen

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag. Über die Autorin: Cassandra Hoermann ist People Experience Lead bei Personio. Sie und ihr Team sind dafür verantwortlich, die Kandidat*innen und Mitarbeiter*innen stets ins Zentrum der Aufmerksamkeit des Unternehmens zu stellen.

Die Pandemie neigt sich dem Ende zu, die Zahl der Impfungen steigt stetig – und gleichzeitig fragt sich eine Generation von Uniabsolvent*innen und jungen Leuten mit Schulabschluss in der Tasche, wo es jetzt hingehen soll: In den unruhigen Zeiten zu einem sicheren Großkonzern? Die Eltern würde das wahrscheinlich freuen. Doch ist die Größe und Beständigkeit eines Unternehmens vielleicht das falsche Kriterium für den Berufseinstieg?

Wie eine Studie von EY kürzlich zeigte, geht es jungen Unternehmen in Deutschland trotz Corona-Krise ziemlich gut – was Berufseinsteiger nun vor die Qual der Wahl stellt. Viele junge Menschen schauen in unsicheren Zeiten zu den großen Konzernen. Doch ist das eigentlich die richtige Wahl für junge Menschen, die wissbegierig sind und möglichst viel Erfahrungen in möglichst kurzer Zeit sammeln möchten?

Fragen wir jemanden, der sich mit wachsenden Unternehmen auskennt. „In meinem Job navigiere ich jeden Tag durch die Herausforderungen von unserem rasanten Wachstum“, sagt Julian Scholze, Talent Acquisition Manager beim Anbieter für HR-Software Personio. Sein Job ist es, für das wachsende Unternehmen neue Talente zu finden, die gut in die Kultur des Unternehmens passen – und natürlich auf die offenen Stellen. „Ich genieße es, in einer Umgebung zu arbeiten, wo sich immer neue Herausforderungen ergeben.“, sagt Julian, „Das schafft eine sehr aufgeschlossene Atmosphäre, in der immer neue Ideen entstehen.“ 

Was Julian beschreibt, ist typisch für wachsende Unternehmen. Viel ist im Wandel, es kommen immer neue Herausforderungen hinzu und kein Tag ist wie der andere. Das ist nur einer der großen Unterschiede zwischen aufstrebenden Unternehmen und etablierten Konzernen. Hier eine Übersicht:

1. Starre vs. flexible Rollen

In Großkonzernen sind die Rollen ganz klar umrissen. Die eine Abteilung kümmert sich nur um ihren Bereich, die andere Abteilung nur um einen ganz bestimmten anderen Bereich usw. In Handbüchern und Vorschriften ist klar definiert, welche Verantwortung in einem Job zu erfüllen ist und welche nicht. In einem wachsenden Unternehmen gibt es solche starren Strukturen nicht. Hier ist es oft so, dass Teams sich gegenseitig stärker aushelfen und auch Aufgaben zu erledigen sind, die nicht zu 100 Prozent zur Jobbeschreibung passen. Das macht den Job für Einsteiger*innen abwechslungsreicher und sie sammeln in kürzester Zeit jede Menge Erfahrungen, aber auch unvorhersehbarer.

2. Anonymität vs. Kultur

Bei aufstrebenden Unternehmen herrscht oft ein besonderer Vibe. Da alle Mitarbeitenden einander kennen, herrscht oft ein freundschaftlicher Umgang und oft setzen sich die Arbeitgeber*innen aktiv für dieses Teamgefühl ein. Das heißt, es gibt Teamevents, aber auch Austausch beim (virtuellen) Coffee-Date und After-Work-Veranstaltungen. Davon profitieren Berufseinsteiger*innen natürlich besonders, wenn sie in eine neue Firma kommen. Bei größeren Konzernen geht allein durch die Masse an Kolleg*innen dieses Zusammengehörigkeitsgefühl oft verloren – was nicht heißen muss, dass auf dem Team-Level kein toller Umgang herrschen kann. In wachsenden Unternehmen besteht nur oft ein größeres Zusammengehörigkeitsgefühl in der gesamten Firma.