Wie ging das nochmal mit der Motivation? Die Kreativitätsflaute

Kreative Frau

Ein Tag irgendwo zwischen den Jahren – auch so ein Ausdruck der deutschen Sprache, der eigentlich keinen Sinn ergibt. Wo soll das liegen? Wo befinden wir uns heute eigentlich? Sei’s drum.

Für Autor*innen und Kolumnist*innen, sind diese fünf Tage ein Nirvana zwischen Weihnachtsträgheit und Neujahrsflaute. Die Geschenkeguides sind lange geschrieben, die Neujahrsvorsätze bereits an den Verlag geschickt und jetzt muss noch dieser eine Beitrag her. Kurz sollte er sein, nicht zu viele Zeichen, aber bitte innovativ und wenn er den Lesenden abholen würde, das wäre super.

Also schiebt man das Konfetti zur Seite, macht Platz zwischen den restlichen Keksen und den abgebrannten Kerzen und setzt sich an den Küchentisch, um noch einen neckischen Artikel aus dem Ärmel zu schütteln. Wie schwer kann das schon sein?

Wie sich herausstellt, kann Kreativität verdammt kompliziert sein. Insbesondere dann, wenn sie erzwungen ist. Insbesondere dann, wenn die ganze Energie der vergangenen Tage in Familienzusammenkünfte und die Deko des Tannenbaums geflossen ist. Wie soll man da noch etwas geistreiches zu Papier bringen?

Die Antwort an dieser Stelle ist so ernüchternd, wie brutal: Weil man muss.

Denn auch kreative Arbeit ist Arbeit. Und so setzen sich Tag für Tag tausende Autor*innen, Designer*innen und Künstler*innen an ihre Laptops, Sketchbooks und Staffeleien. Nicht, weil sie es an dem Tag so sehr fühlen oder weil in ihnen ein nie enden wollender See an Ideen schummert, sondern wie sie so ihre Rechnungen bezahlen.

Doch was macht man an den Tagen, an denen auch die dritte Tasse Kaffee nicht hilft und an denen man schon fast Panik vor dem weißen Blatt hat?

Wie so häufig, hat das Internet auch für dieses Problem mehr als nur eine Lösung. Denn man ist schließlich nicht die erste Person, die in diesem Loch aus Leere und Lustlosigkeit hängt. Das Problem bei diesen Ideen ist jedoch oftmals, dass man für sie die Zeit braucht, um etwas anderes zu tun als arbeiten. „Geh aus dem Haus!“ liest man da häufig. Oder „Mach doch mal was völlig anderes!“

Das ist ja alles schön und gut. Aber was, wenn man genau JETZT kreativ sein muss, weil in 3 Stunden die Kinder heimkommen, der Hund raus muss oder man einfach andere Termine hat? Was also tun, wenn Arbeit die einzige Option ist?

Im Folgenden findet ihr drei Tipps gegen die Kreativitätsflaute, die hoffentlich nicht nur euch, sondern auch mich an den Haaren aus dem Endjahressumpf ziehen. Gern geschehen!

Done is better than perfect

Gerade Perfektionisten neigen dazu, Dinge auf eine bestimmte Art und Weise erledigen zu wollen. Es ist entweder perfekt oder nichts wert. Dazwischen gibt es nichts. Das Streben nach Perfektion ist jedoch nicht nur ungesund, sondern auch unerreichbar, denn egal wie gut das Ergebnis ist, es gibt immer noch Verbesserungspotential.

Es gibt einen Unterschied zwischen dem Streben, etwas zu erreichen, und dem Streben nach Perfektion, bei dem man erkennt, dass es wichtiger ist, etwas fertig zu kriegen als es zu perfektionieren. Das bedeutet, dass das Erledigen einer Aufgabe trotz der Mängel eine Leistung an sich ist. Es lohnt sich zu erkennen, dass Unvollkommenheiten nicht immer so schlimm sind.

Also, setz dich hin und schreib einfach drauflos. Du wirst dich wundern, wie weit du mit 50% des Zeit- und Energieaufwandes kommst.

Dorfkind und Wunschgroßstädterin. Veganerin mit Vollmilchschokoladen-Problem. Indie-Fan mit Schlager-Playlist. Frühaufsteherin mit Nachtschwärmersyndrom. Pragmatikerin mit dem Kopf in den Wolken. Unterm Strich: Genauso verloren in meinem Lebensentwurf, wie es meiner Generation immer nachgesagt wird.