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Lebensmittelverschwendung: Je jünger, desto schlimmer

Trash Talk: 11 Millionen Tonnen Lebensmittel schmeißen die Deutschen jedes Jahr weg. Laut einer Studie von Forsa sind vor allem junge Leute verschwenderisch.

Ist das noch essbar oder kann das weg? Wer nachhaltig leben will, muss beim Einkauf Vorsicht walten lassen. Denn nur wer sorgsam und vorausschauend einkauft, wirft letzten Endes weniger weg. Eine repräsentative Umfrage der Forsa, die der Welt am Sonntag vorliegt, hat sich mit Lebensmittelverschwendung befasst. Das Ergebnis: Gerade junge Menschen schmeißen besonders häufig Lebensmittel weg.

Ein Drittel der Jugendlichen schmeißt einmal die Woche Lebensmittel weg

1230 Menschen hat die Forsa befragt – und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass besonders die jüngeren Befragten häufig Lebensmittel wegwerfen. 14 Prozent der 14- bis 19-Jährigen gaben an, „mehrmals in der Woche“ Obst, Gemüse oder Milch-und Fleischprodukte in die Tonne zu befördern. Ein Drittel der Jugendlichen berichtete, dies „einmal die Woche“ zu tun. Bei den 20- bis 30-Jährigen sieht die Bilanz wenig besser aus: 11 Prozent gaben an „mehrmals die Woche“ und 23 Prozent „einmal die Woche“ Lebensmittel wegzuschmeißen.

Laut der Umfrage schneidet die älteste Befragtengruppe der über 60-Jährigen in Sachen Lebensmittelverschwendung am besten ab: Nur zwei Prozent dieser Befragten berichteten, dass sie „mehrmals wöchentlich“ Lebensmittel entsorgten, 12 Prozent tun dies etwa einmal die Woche.

Sensibilisierung gegenüber Lebensmittelverschwendung

Unter den Befragten war ungefähr ein Drittel unter 30. Auftraggeber der Forsa-Studie war Rabodirect, eine Tochter der niederländischen Rabobank, die sich auf Finanzierung im Agrar- und Landwirtschaftssektor spezialisiert hat. Man wolle mit der Studie Jugendliche und junge Erwachsene gegenüber Lebensmittelverschwendung sensibilisieren und arbeite an entsprechenden Initiativen mit, so Marc Schäfer, Manager der Rabodirect.

Food waste ist Klimakiller

Verbände wie Greenpeace und Co. weisen immer wieder darauf hin, beim Einkauf Wert auf Regionalität, Saisonalität und Produktionskette zu legen. Denn Düngen, Tierhaltung, Transport und Haltbarmachung beinhalten viele Klimarisiken. Laut Greenpeace ist der Anbau von Lebensmitteln für etwa ein Drittel der weltweiten Treibhausgase verantwortlich. Verschwendung von eh schon heikel produzierten Lebensmitteln addiert da noch zusätzlich auf. Jedes Jahr landen alleine in Deutschland etwa 11 Millionen Tonnen im Müll. Pro Kopf sind das je nach Quelle bis zu 55 Kilo im Jahr. Verluste, die auf dem Weg von Anbau zum Endverbraucher entstehen, sind da noch nicht miteingerechnet. Zum Vergleich: ein Müllwagen fasst 1100 Liter, was circa 1,1 Tonnen entspricht. In der Reduzierung der Lebensmittelverschwendung sehen Experten großes Potential für den Klimaschutz. Die Bundesregierung arbeitet aktuell an einer Strategie, um gegen den Food-Waste anzugehen: Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Julia Klöckner will bis 2030 die Lebensmittelverschwendung halbieren.

Was tun?

Damit deine Lebensmittel nicht vollkommen ungerechtfertigt im Müll landen, kannst du ein paar einfache Dinge beachten. Achte beim Einkauf darauf, nur soviel zu kaufen, wie du auch tatsächlich verbrauchen kannst. Und kläre dich über das Mindesthaltbarkeitsdatum auf, denn für viele Lebensmittel gilt, dass sie sich auch noch eine Weile länger halten als auf dem Mindesthaltbarkeitsdatum steht.

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Bildquelle: Pexels mit CCO Lizenz.

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