Eine Liebeserklärung an: Den Geistesblitz unter der Dusche

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Es sind die kleinen Dinge, die uns unseren tristen Alltag versüßen und das Leben ein bisschen besser machen. Ob es hübsche Gänseblümchen sind, die am Straßenrand wachsen oder eine Kugel deiner liebsten Eissorte – wir alle haben kleine Muntermacher in unserem Alltag, über die wir nur selten ein Wort verlieren. Das soll sich jetzt ändern! Wir bieten euch eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge, die uns in stressigen Situationen retten, an schleppenden Tagen motivieren oder uns die guten Tage versüßen!

 

Im selben Moment, in dem das Wasser beginnt aus dem Duschkopf zu sprudeln, kehrt auch endlich die Kreativität zurück, die wir am Schreibtisch schon seit Stunden für verschollen erklärt hatten. Wer kennt es nicht: Seit Tagen versuchst du verkrampft eine interessante, spannende Einleitung für eine Hausarbeit zu verfassen und findest aber ums Verrecken keinen guten Einstieg. Gequält und gepeinigt, kurz vorm Verzweifeln stehst du unter der Dusche und dann kommt sie wie aus dem nichts: Die Erlösung in Form einer zündenden Idee. Sie nimmt Gestalt an und wird angefeuert durch das gleichmäßige Rauschen des Wassers.
Es steht außer Frage, dass die Dusche der beste Ort dieser Welt ist, um seiner Kreativität freien Lauf zu lassen! Höchste Zeit also, dass wir dem Geistesblitz unter der Dusche unsere Liebe erklären.

 

Woody Allen duscht für sein Leben gern

 

Die Dusche und ihre inspirierende Kraft macht vor niemandem Halt, besonders nicht vor den großen Künstlern unserer Zeit. Frag Woody Allen, ob er lieber spazieren geht oder sich unter die Dusche stellt, wenn er wieder mal an einem Drehbuch festhängt. „Der Stadtneurotiker“, „Manhattan“ oder „Midnight in Paris“ ohne Dusche? – Nicht vorstellbar. Allen duscht selbstredend für sein Leben gern!
Und wo wir gerade schon dabei sind: Wo die Idee für diesen Artikel entstanden ist, erklärt sich sicher von alleine…

 

Inspiration ist nicht selbstverständlich

 

Liebe Duschinspiration, es ist Zeit Danke zu sagen, gerade weil wir dich zugegebener Maßen viel zu selten bewusst wahr nehmen. Kein Wunder, denn deine inspirierende Kraft ist überwältigend – nahezu furchteinflößend – und so zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Hier liegt vielleicht das Dilemma, deiner stillen Magie: Du enttäuschst uns nie und deswegen nehmen wir dich als allzu selbstverständlich hin.

Wie ein echter Freund, ein Partner, auf den man sich verlassen kann, bist du da, sobald der Duschvorhang fällt und ich versucht bin sonst alle Türen hinter mir zu schließen. Mein lieber Geistesblitz, ich wünschte, ich könnte dich überall mit hinnehmen, aber du hast eben dein festes Zuhause, das du ungern verlässt. Aber das verzeihe ich dir gerne, denn nichts tue ich lieber als unter der Dusche meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und dir nachzujagen.

 

Wissenschaftler wissen es längst

 

Mehr als 70 Prozent aller Menschen geben laut einer Studie zu, dass sie ihre besten Ideen unter der Dusche haben und wissenschaftlich lässt sich das sogar nachweisen. Sobald wir das Wasser aufdrehen, spült unser Gehirn alle unnötigen Blockaden fort und wir befinden uns in einem gedanklichen Leerlauf, der es uns ermöglicht, uns auf unser Innerstes zu konzentrieren. Das gleichmäßige Rauschen des Wassers entspannt und versetzt uns in den sogenannten „Default Mode“, der den Tresor öffnet, in dem unsere guten Ideen schlummern.
Natürlich könnten wir diesen Gedankenmodus auch durch andere Aktivitäten erreichen – Autowaschen oder Holzhacken zum Beispiel. Aber Hand aufs Herz: beide Aktivitäten machen nicht einmal halb so viel Spaß, wie unter der Dusche seinen Gedanken nachzuhängen und gleichzeitig gibt es morgens wohl kein besseres Gefühl als mit frischen Ideen in den Tag zu starten.

 

Masse statt Klasse

 

Einen Haken hat die ganze Sache natürlich. So unvermittelt wie uns die Ideen unter der Dusche auch treffen, müssen wir aber der grausamen Wahrheit ins Gesicht sehen und uns klar werden, dass nicht jeder Geistesblitz unter der Dusche wirklich eine gute Idee ist. Bei der ein oder anderen Idee ist es sicherlich nicht schlecht, wenn sie mit dem Duschschaum zügig den Weg zum Abfluss findet. Aber unterm Strich ist das egal, denn schließlich tummeln sich die Ideen zwischen Keramik und Duschvorhang zu Hauf.

Und kommt schließlich wieder dieser Moment und ihr wisst bei einem Projekt weder vor noch zurück, dann lehnt euch zurück, macht eine Pause und stellt euch unter die Dusche. Denn auf nichts ist so Verlass wie auf den Geistesblitz unter der Dusche.

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

Als Großstadtkind sozialisiert, komme ich frisch aus einem dreijährigen Studienabenteuer in der niederbayerischen Provinz. Zurück in München bin ich auf der Suche nach spannenden Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden. Kaffee hilft bei der Suche immer!