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Eine Liebeserklärung an: Kalte Pizza

Ein Thema, bei dem sich die Geister scheiden: Kalte Pizza am Tag danach. Dabei ist sie doch ein loyaler Begleiter – frag nach dem Feiern mal deinen Kater.

Es sind die kleinen Dinge, die uns unseren tristen Alltag versüßen und das Leben ein bisschen besser machen. Ob es hübsche Gänseblümchen sind, die am Straßenrand wachsen oder eine Kugel deiner liebsten Eissorte – wir alle haben kleine Muntermacher in unserem Alltag, über die wir nur selten ein Wort verlieren. Das soll sich jetzt ändern! Wir bieten euch eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge, die uns in stressigen Situationen retten, an schleppenden Tagen motivieren oder uns die guten Tage versüßen!

 

„Ihh, kalte Pizza!“ werden sich einige vielleicht denken. Diese Menschen können die folgenden Zeilen getrost überspringen, denn hier redet ein eingeschworener Club. Beim Thema Pizza scheiden sich die Geister, und zwar nicht nur, was den Belag angeht. Natürlich ist eine warme, knusprige Pizza frisch aus dem Ofen etwas ganz besonderes. Aber langsam muss auch der kalten Pizza etwas Dankbarkeit und Liebe geschenkt werden. Weil sie es verdient hat.

 

Cold, but gold

 

Klar, warme Pizza ist geil. Aber ich freue mich bei dem ersten heißen Bissen schon auf den Tag danach, wenn ich eine extra zu groß bestellte Monster-Family-Pizza in ihrem erkalteten Zustand aufessen kann. Warum? Weil es verdammt noch mal schmeckt. Wahrscheinlich werden einige schon beim Lesen dieser Zeilen ihre Mikrowelle dankend umarmen, weil sie sich ihre heiße Pizza nicht nehmen lassen wollen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch Leute da draußen gibt, die genauso denken wie ich. Entweder man liebt kalte Pizza, oder man hasst sie. Einige Menschen sind auch schlicht und einfach zu faul, um sich ihre Pizza aufzuwärmen, das verstehe ich auch.
Aber mal ehrlich, es geht doch nichts über den wundersamen Geruch von hartem, fettigen Käse und kalter Tomatensoße.

 

Bestes Katerfrühstück

 

Es gibt einen besonderen Zeitpunkt, an dem es ungelogen nichts besseres geben könnte: bei einem Kater. Ohne Umschweife und ohne Fragen zu stellen, ist die kalte Pizza für uns da, wenn wir uns am Abend davor mal wieder überschätzt haben und nun mit einem fetten Kater im Bett liegen und unserem besoffenen, leichtsinnigen Ich den Tod wünschen. Fett hilft bekanntlich gegen Alkohol, besser davor, am besten aber am Tag danach. Ohne die Extra-Mühe, noch einmal aufgewärmt werden zu wollen, ist sie ein essbarer Katalysator. Die kalte Pizza will nichts sehnlicher, als uns auf unkomplizierteste Weise zufrieden stellen und satt zu machen. Von kalter Pizza tropft nichts herunter, das Fettflecken hinterlässt und abgewischt werden muss. Und bei einem Kater ist bekanntlich jede Bewegung eine Bewegung zu viel.
Und vielleicht gibt es noch einen anderen, sentimentaleren Grund, warum uns kalte Pizza einfach so irre gut schmeckt: sie ist ein Stück Kindheit zum Essen. Ein Biss in die kalte, weiche Kruste versetzt mich innerlich wieder zurück in mein siebenjähriges Ich, und meine Geschmacksnerven wieder in die Werkseinstellungen. Ein Erinnerungsfetzen meiner Kindheit besteht daraus, wie ich, wenn es am Abend davor Pizza gab (was natürlich sowieso schon Highlight genug war), einen Bissen von dem kalten Rest nehme, in der Hoffnung, nicht geschimpft zu werden. Was natürlich trotzdem passierte, weil man Bissspuren hinterlassen hat.

 

Kalte Pizza-Wissenschaft

 

Diese angeblich irrationale Liebe ist übrigens gar nicht so irrational, wie man denkt. Denn es gibt noch einen anderen Grund, warum ich die kalte Pizza am Tag danach so liebe: sie schmeckt einfach viel intensiver. Und zwar, weil die Aromen der typischen Pizza-Zutaten wie Kräuter, Knoblauch, Zwiebeln und Tomaten, sich, wenn sie sich „beruhigt“ haben, viel besser entfalten können, und demnach einen viel stärkeren Geschmack haben. Wissenschaft für Pizza-Liebhaber. Und zerlegt man Pizza in ihre einzelnen Komponente – Teig, Soße, Fleisch, Gemüse – sind das alles Sachen, die man kalt auch essen würde.
Aber genug rationales Gerede: die kalte Pizza ist und bleibt der Holy Grail des Resteessens. Es muss nichts wiederverarbeitet werden – wir dürfen sie einfach so nehmen, wie sie ist. Eine Lebenslektion gezeigt von einer kalten Pizza, von der wir uns gerne ein Stück abschneiden dürfen.

 

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Bildquelle: Unsplash unter CC0 Lizenz

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