LiebesLeben: Was eine aufregende Beziehung ausmacht

Frau und Mann im Meer. Bild: Pexels

Katja malt mit Sprache Bilder auf ihre Wortleinwand. In ihrer Kolumne nimmt sie euch mit in ihr Atelier: Als absoluter Gefühlsmensch schreibt sie über die Liebe und das Leben – ein bisschen philosophisch und ein bisschen psychologisch, mit einem Hauch von Melancholie.

Es gibt zwei Arten von Beziehungen: Einerseits solche, die ohne große Highlights und ohne große Streits so dahinplätschern, immer ganz okay laufen und einfach solide sind. Gediegen.

Und dann gibt es Beziehungen, die genau das eben nicht sind. Zu ihnen gehören (mindestens) zwei Personen, die das auch gar nicht wollen und für die Wörter wie gediegen oder solide zur Beschreibung ihrer Beziehung eine Beleidigung wären, weil die Beziehung das komplette Gegenteil dessen ist: Nämlich aufregend und unvorhersehbar.

Ich denke, dass die Art, wie eine Beziehung sich entwickelt, in erster Linie mit den beteiligten Charakteren zusammenhängt. Zum einen meine ich damit, dass es eine ordentliche Prise Leben in eine Beziehung bringt, wenn man relativ unterschiedliche Persönlichkeiten hat. Vor allem aber glaube ich, dass es eine gewisse Grundvoraussetzung gibt, um überhaupt eine aufregende und unvorhersehbare Beziehung führen zu können. Das Stichwort lautet: Temperament.

Es gibt Menschen, bei denen unklar ist, ob man überhaupt auf irgendeine Art und Weise irgendein winziges Emotiönchen aus ihnen herauskitzeln kann. Ich mag Menschen, die eben nicht so sind, sondern verschiedenste Gefühle und eine Menge Leidenschaft in sich tragen und eben Temperament haben. Wenn zwei temperamentvolle Personen aufeinandertreffen, dann kommt es wahrscheinlich automatisch hin und wieder zu extremen Ausbrüchen von Lust und Liebe, aber auch von Wut und Enttäuschung.

Das heißt nicht, dass beide Personen zwangsläufig streitlustig sind – aber ein gewisser Hang zum Drama ist wahrscheinlich schon vorhanden, in Kombination mit der Eigenschaft, dass man sich ungern die Butter vom Brot nehmen lässt und zugleich ein bisschen empfindlich ist.

Auf der Grundlage meiner Erfahrungen glaube ich auch, dass diese Spannung und Unvorhersehbarkeit eher in der Natur offener Beziehungen liegen. Ein Freund von mir hat mir einmal folgende Nachricht geschrieben: „From personal experience and experiences of others, open reationships always lead to disappointment. Once attachment gets involved, it becomes a rollercoaster of emotions.“

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!