Sex und Soda: Horror-Dates – von Schwindlern und fragenden Händen

Mann und Frau bei einem Date

In dieser Kolumne schreibt Mila Bach über die prickelnden und weniger prickelnden Momente im Leben. Diesmal geht es um schlechte Dates und wie man diese wieder loswird.

Jeder hat sie: Die eine Geschichte von einem Horror-Date. Das bleibt als Single leider nicht aus. Doch wie reagiert man, wenn klar ist, dass absolut kein Interesse besteht? Sollte man es sofort ansprechen oder doch einfach durchstehen? Ein kleiner Erfahrungsbericht.

Ich freue mich immer darauf, neue Menschen kennenzulernen und bin sehr neugierig. Mein Grundsatz lautet: Wenn es nicht funkt, dann hast du wenigstens einen interessanten Menschen kennengelernt und kommst mal aus deiner Bubble raus. Doch es gibt die Momente, da weißt du von Sekunde Eins an, dass dieses Date nicht gut wird. Und dann? Wegrennen? Das wäre unverschämt. Bis jetzt machte ich es frei nach dem Motto: Augen zu und durch. Und habe dabei die längsten Minuten meines Lebens verbringen müssen.

Der Schwindler

Seit Online-Dating existiert, besteht der Mythos der Schwindler*innen. Menschen, die nicht im Geringsten wie auf ihren Fotos aussehen. Das fand ich schon immer uncool. Was denken sich diese Leute? „Ach, wird schon nicht auffallen, dass ich eigentlich 20 Kilo mehr habe, Akne oder eine ungewöhnlich große Nase.“ Doch. Es fällt auf. Und zwar immer. Man sollte seine Fotos zwar vorteilhaft, aber nicht realitätsfern wählen. Am besten fragt man seine Freunde, ob man wirklich so aussieht, wie auf den Bildern. Und so kann man auch schon vorher aussortieren, falls jemand ein Problem mit den 20 Kilos mehr oder der großen Nase hat. Spart beiden Seiten sehr viel Zeit.

Natürlich sieht jeder Mensch in der Realität anders aus. Mimik, Gestik und auch die Stimme können die Attraktivität um einiges erhöhen oder in Luft auflösen. Doch wer richtig schwindelt, hat verloren. Ich habe mich einmal mit einem Mann getroffen, dessen Fotos zugegebenermaßen nicht sehr aussagekräftig waren. Doch es war interessant, mit ihm zu schreiben, und er wohnte in der Nähe, also traf ich mich auf einen Spaziergang mit ihm. Und bereits als er um die Ecke kam, war ich geschockt. Er war mindestens Ende 40. Eher Mitte 50. Es war mir sehr unangenehm, aber ich blieb höflich und ging eine Stunde mit ihm spazieren. Ich weiß nichts mehr von dem, was er erzählt hat. In meinem Kopf hatte ich ständig nur den Gedanken, wie ich das jetzt beenden soll. Ich konnte ihm kaum in die Augen schauen und redete viel, um die Zeit möglichst schnell vorbei gehen zu lassen. Immer wenn er sprach, hatte ich extreme Daddy-Vibes. Sein Haar war licht und er hatte Falten, die ein Ende 30-Jähriger (wie er es angegeben hatte) einfach noch nicht hat. Nach einem kurzen Spaziergang sagte ich, dass ich schon sehr müde sei und morgen früh raus müsse. Ich habe auch währenddessen öfter mal gegähnt. Uncharmant, aber naja. Wir haben uns verabschiedet und keiner von uns hat sich noch einmal gemeldet. Glück gehabt!