Storytime: Zu laut beim Sex

Frau stöhnt

Same procedure as every time: Mein Freund ging zur Tür, nahm den Hörer ab, redete kurz und drückte dann sogar auf den Knopf, um jemanden hereinzulassen. Kurz darauf hörte ich Stimmen im Flur, ein Mann und eine Frau. Mein Freund redete kurz mit ihnen, kam wieder zu mir und sagte: „Das sind irgendwelche Heizungsmenschen“ – Ich vermute, er meinte Heizungsableser*innen. Genervt drehte ich mich auf die andere Seite und versuchte, weiterzuschlafen. Aber ich konnte nicht, weil ihre Gespräche derart laut, primitiv und unangenehm waren – und dazu natürlich auch noch mit feinstem sächsischen Dialekt untermalt:

Er: „Jetzt haste das ooch noch falsch gemacht hier!“

Sie: „Hab ich doch gor ne.“

Er: „Doch, so hier musste das machen, du bist ooch echt zu blöde, oder?!“

Verzweifelt zog ich mir das Kissen halb über den Kopf, aber es brachte nichts: Ich hörte trotzdem jedes Wort und konnte beim besten Willen nicht mehr einschlafen. Ich dachte: Okay, fair enough. Wer andere vom Schlafen abhält, wird selbst vom Schlafen abgehalten. Karma gibt es offensichtlich wirklich und es kehrt immer zu dir zurück – manchmal anscheinend schneller als gedacht.

Die Krönung waren aber die Worte des männlichen Heizungsablesers, als mein Freund ihn schließlich zur Tür begleitete:

„Ich soll Ihnen schöne Grüße von Ihren Nachbarn unten drunter ausrichten…“

An dieser Stelle stockte mein Atem kurz. Für einen Moment rechnete ich tatsächlich mit irgendeinem Sex-Kommentar, den die Nachbarn uns über die Heizungsableser ausrichten wollten. Aber dann beendete er seinen Satz zum Glück ganz anders:

„…Die haben ein Paket für Sie angenommen.“

Puh. Ausatmen. Gott sei Dank kein Sex-Kommentar. Aber: Einschlafen konnten wir an diesem Morgen trotzdem nicht mehr. Wir waren also um 9 Uhr endgültig wach – ganze zwei Stunden, bevor der Wecker um 11 Uhr klingelte.

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Bildquelle: Emiliano Vittoriosi on Unsplash; CCO-Lizenz