„Jede*r hat das gleiche Recht auf Teilhabe“ – Mit talking hands für mehr Inklusion

Maria, Jami und Laura (v.l.n.r) von talking hands. Quelle: © talking hands

Was müssen wir tun? 

Viele Menschen scheinen offener zu werden, doch in der Kitawelt würden sich viele aufgrund des Vorurteils gegen Inklusion sträuben, dass Kinder ohne Behinderung eingeschränkt würden, in dem was sie lernen, weil auch Kinder mit Behinderung in der Gruppe sind. Doch Maria betont, dass Kinder ganz andere Sozialkompetenzen lernen, wenn sie in einer Gruppe aufwachsen, „in der jeder vertreten sein darf“. Viele hätten auch keine Lust, das umzusetzen, weil Arbeit damit verbunden und viel Geld erforderlich sei, Sachen umstrukturiert und Kitas barrierefrei gebaut werden müssten, doch das Ziel ist klar: Das deutsche Bildungssystem und die Gesellschaft müssen inklusiver werden. Daher fordern sie Gebärdensprache als Wahlfach oder in AGs und wünschen sich mehr Anstrengung von allen Seiten, denn letztendlich gehe es um Menschenleben. „Jede*r hat das gleiche Recht auf Teilhabe”, meint Maria. „Da muss noch einiges passieren.“ 

Wichtig sei, dass man sich selbst immer wieder und dauerhaft mit Themen um Inklusion auseinandersetzt, sich die Mühe macht, zu recherchieren, was man tun kann. Über die sozialen Medien könne man auch zahlreichen Accounts von Inkluencer*innen folgen, die von ihren eigenen Erfahrungen berichten, davon was falsch läuft, was besser laufen muss, was jede*r Einzelne tun kann. 

Eine ganz simple Sache wäre, das Wort „behindert“ aus dem Wortschatz zu streichen und nicht mehr als Schimpfwort zu verwenden: „Behinderung ist kein Schimpfwort, sondern eine Realität“, bringt es Maria auf den Punkt. Man übernehme das nicht unbedingt bösartig, eher ohne nachzudenken, weil man das immer so gehört hat: „Es fängt oft bei so Kleinigkeiten an, die man ändern kann, damit wäre ja auch schon einiges getan“, findet sie. 

Über Frauen, die gründen 

Auf die Frage, ob sie schon während ihres Studiums des Kommunikationsdesigns mit dem Gedanken gespielt hätten, sich selbstständig zu machen, sagt Laura: „Im Studium hab’ ich noch nicht an irgendwas Weiteres gedacht“, und lacht. „Wir sind da eher reingerutscht.“ „Man weiß ja oft ganz lange nicht, wo man jetzt hinsoll“, stimmt Maria zu und ergänzt: „Wir sind alle froh, dass es sich so ergeben hat.“ Denn einen normalen Bürojob könne sie sich nicht mehr vorstellen.  

Ob sie Gründerinnen als Vorbilder hatten? „Eigentlich waren wir die ersten Frauen“, lachen die beiden, „zumindest in unserem Umfeld“. Denn dort kannten sie nur Männer, die ihnen aber auch viel geholfen hätten: „Männer sind auch manchmal hilfreich“, scherzt Laura. Es gebe eben auch nicht so viele Frauen, die gründen. Doch sie hatten viele Mentoren und auch andere Start-ups, die alle von Jungs gegründet wurden, mit denen sie sich austauschen konnten, was sehr wichtig für den Anfang war. „Aber es wäre schön, wenn auch mehr Frauen anfangen würden zu gründen, das würde uns freuen“, meint Maria. 

Mittlerweile hätten sie so viel dazugelernt, dass sie all das auch mit Leuten, die ganz am Start stehen, teilen könnten und möchten. Denn sie wüssten, wie gruselig so ein Anfang ist, wenn man überhaupt nicht wisse, mit was man jetzt anfängt, was wie läuft. Wer Fragen hat, könne jederzeit gerne auf sie zukommen: „Wir können versuchen zu helfen, auch wenn wir wirklich noch nicht die Profis sind, aber was wir wissen, geben wir gerne weiter“, bekräftigt Maria.