Toxische Freundschaften: Red Flags erkennen

Zwei Mädchen laufen die Straße entlang

Ständig ist von toxischen Beziehungen die Rede. Dass es sich bei einer Freundschaft aber ebenso um eine zwischenmenschliche Beziehung handelt, die genauso gut toxische Züge annehmen kann, wird vergleichsweise selten thematisiert. Welche Anzeichen deuten also darauf hin, dass eine Freundschaft nicht gesund ist?   

Natürlich gibt es Indikatoren, die so offensichtlich sind, dass man sie nicht explizit erklären muss. Wenn dich jemand zu etwas überreden will, das du nicht möchtest (erst recht, wenn es sich dabei beispielsweise um Drogenmissbrauch handelt), sollte wohl eindeutig sein, dass diese Person nicht dein Bestes, sondern ausschließlich die beste Unterhaltung für sich selbst im Sinn hat. Auch wenn Intrigen gesponnen werden, gelogen und betrogen wird oder die angeblichen Freund*innen hinter deinem Rücken schlecht über dich reden, ist der Fall klar.

Aber es gibt Zeichen, die schwerer zu erkennen und weniger leicht zu deuten sind. Die Rede ist von Dingen, die man einfach als etwas nervige Charaktereigenschaften abtun könnte, hinter denen in Wahrheit aber so viel mehr steckt.

Me, myself and I – Selbstsucht at its finest

Zum einen wäre da die Sache mit der Aufmerksamkeit. Viele Menschen haben ein hohes Geltungsbedürfnis, und das ist auch in Ordnung.

Aber wenn sich wirklich immer alles nur um die eigene Person drehen muss, läuft etwas schief. Das heißt nicht, dass es schlecht oder falsch ist, wenn eine*r mehr redet als der*die andere. Denn natürlich gibt es auf der einen Seite die Menschen, die von Natur aus eher Zuhörer*innen sind und auf der anderen Seite diejenigen, die von Natur aus eher Erzähler*innen sind. Ganz zu schweigen von den zwischenmenschlichen Dynamiken, die sowieso für jede Freundschaft individuell sind.

Aber wenn eine*r wirklich die ganze Zeit über nur von sich redet und die Dominanz dieser Person in der Gesprächsführung vermuten lässt, dass sie ihr eigenes Leben stets als wichtiger erachtet als das des*der anderen, ist das definitiv kein gutes Zeichen. Insbesondere, wenn man zu verstehen gibt, dass man selbst auch einige Probleme hat, die einem das Leben schwer machen – aber die andere Person dennoch kein offenes Ohr für dich, sondern nur Augen für sich selbst hat.

Dasselbe gilt für eigene Erlebnisse, die man nicht als Problem, sondern im Gegenteil als äußerst bereichernd empfindet – und bei denen es dennoch problematisch ist, sie mit seinem Gegenüber zu teilen.

Denn genau wie toxische Freund*innen ihre eigenen Probleme immer als gravierender empfinden werden als die der anderen, empfinden sie auch ihre schönen Erlebnisse tendenziell als viel einzigartiger und krasser als die von allen anderen.  

Du hast deine Ausbildung endlich abgeschlossen? Nicht schlecht, aber er*sie hat jetzt sein*ihr Bachelor-Zeugnis in der Tasche!

Du hast vor kurzem Sex im Fahrstuhl gehabt? Gut zu wissen, aber was ist das schon gegen einen Dreier auf der Clubtoilette?

Du hast gerade einen Bungee-Jump gewagt und bist noch voll Adrenalin? Okay, aber Fallschirmspringen ist schon nochmal eine ganz andere Nummer!

Egal, worum es sich handelt – sobald du aufgeregt von etwas berichtest, das dir widerfahren ist, wird deine Begeisterung sofort dadurch gedämpft, dass dein*e sogenannte*r Freund*in dir das Gefühl gibt, dir sei da etwas vollkommen Alltägliches passiert. Ist doch nichts Besonderes, hat doch jede*r schon erlebt.

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!