Toxische Freundschaften: Red Flags erkennen

Zwei Mädchen laufen die Straße entlang

Wie, du machst heute lieber was mit ihr?! – Die Sache mit der Eifersucht

Weiterhin typisch für eine Freundschaft mit toxischen Zügen ist, dass man extrem viel Zeit miteinander verbringt – und dass die andere Person regelrecht eifersüchtig ist, wenn du dich mit deinen anderen Freund*innen triffst und dir tatsächlich erdreistest, Kontakt zur Außenwelt herzustellen.

Denn genau wie beispielsweise Narzisst*innen in Beziehungen versuchen, ihre*n Partner*in zu isolieren und abzuschotten, um ihn*sie so vollkommen für sich zu vereinnahmen, wenden auch toxische Freund*innen häufig dieselbe Masche an.

Es ist ihnen immens wichtig, dass sie an erster Stelle stehen und im Idealfall die einzige Person sind, mit der man überhaupt ansatzweise so viel Zeit verbringt. Ist dem nicht so, werden sie sich in die Opferrolle drängen und dir Schuldgefühle einreden, wenn du mal keine Zeit für sie hast – damit du bloß nicht auf die Idee kommst, sie in Zukunft noch mehr zu vernachlässigen.

Aus Eifersucht erwächst häufig der Wunsch nach Kontrolle, und der kann im schlimmsten Fall zu regelrechtem Stalking führen. Wenn jemand immer wissen will, wo du bist, mit wem du dich triffst und was ihr macht, dann ist das mehr als bedenklich – und du solltest einen Schritt zurück gehen. Oder noch besser: direkt ganz schnell davonlaufen.

Letztendlich haben all diese Aspekte eine Sache gemeinsam: Man bekommt durch sie ein schlechtes Gefühl. Natürlich kann es immer wieder mal vorkommen, dass man in ein Fettnäpfchen tritt oder versehentlich eine Grenze überschreitet, weil man beispielsweise nicht um einen wunden Punkt der anderen Person wusste. Aber in der Regel sollten in einer erprobten Freundschaft alle Beteiligten genug Sensibilität mitbringen, um zu wissen, womit man seine*n Freund*in verletzt.

Fazit: Wenn das Bauchgefühl schlecht ist, sollte man wohl darauf hören – denn ebendies zu tun, ist bekanntlich nur selten die falsche Entscheidung. Die beste Lösung bestünde also vermutlich darin, sich sofort von einer Person zu distanzieren, die einem nicht guttut – wäre da nur nicht die Sache mit der Abhängigkeit.

Denn insbesondere, wenn man sehr viel Zeit mit einer Person verbracht hat und sich nicht wirklich darum gekümmert hat, nebenher noch andere Freundschaften zu pflegen, ist es schwierig, diese Person vom einen auf den anderen Tag aus seinem Leben zu streichen. Obwohl man wahrscheinlich die meiste Zeit über unglücklich war, fällt es dennoch schwer, sich zu lösen – denn zumindest hatte man ja immer jemanden an seiner Seite.

Aber eines ist sicher: Da draußen gibt es so viele Menschen, die gern deine Freunde wären. Menschen, die dir zuhören, dich ernst nehmen und dir vor allem ein gutes Gefühl geben. Und das Ziel im Leben sollte es doch sein, sich gut zu fühlen – anstatt immer wieder ein schlechtes Gefühl ertragen zu müssen.

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Bildquelle: Savannah Dematteo on Pexels; CCO-Lizenz

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!