Fütterer is(s)t anders: Vegan unterwegs – ein Überlebens-Guide

Drei Menschen sitzen in einem Restaurant und essen

Elina Fütterer ist Ökotrophologin, Yoga-Lehrerin und Surfer Girl. In ihrer Kolumne schreibt sie über die wichtigste Hauptsache der Welt: Essen. Genuss ist ein Muss – ohne dabei Gesundheit, Nachhaltigkeit und Ethik außer Acht zu lassen. Elina nimmt euch mit auf ihre kulinarische Reise. 

Zuhause vegan ernähren? Schön und gut. Aber was, wenn man seine vegane Blase verlassen muss? Auch, wenn es mittlerweile sehr viele vegan-freundliche Optionen gibt, kann es manchmal schwierig werden, etwas (leckeres) Veganes zu finden. Auch heute werde ich in Restaurants manchmal noch mit “Vegan? Fisch geht aber, oder?” begrüßt. Dieser Missstand hat in der Vergangenheit schon für manche Probleme gesorgt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mit meiner Freundin zwei Stunden lang durch Ljubiljana gerannt bin, um ein Restaurant zu finden, in dem es auch gute vegane Optionen gibt. Wir waren beide hungrig, wir waren beide genervt. Keine gute Kombination. Ein Glück sind wir am Ende fündig geworden, bevor wir uns an die Kehle gesprungen sind – und haben nach dem ersten Bissen auch wieder miteinander geredet. Zeit für einen kleinen Überlebens-Guide für hangry Veganer*innen.

Do your research

Der nächste Städtetrip steht an und du bist nervös, ob es dort auch veganes Essen gibt? Calma te! Ich bin bisher noch in jeder Stadt und in jedem Land fündig geworden (Ausgenommen Shenyang in China, wo ich zwei Tage von Oreos gelebt habe. Außer einem Zuckerschock habe ich keine bleibende Schäden davongetragen). Meist war ich sogar so überfordert mit den ganzen Optionen, dass ich den Luxus hatte, mir nur die Crème de la Crème rauspicken zu können.

Ein bisschen Vorarbeit ist nötig, wenn du auf der sicheren Seite sein willst. Dafür gebe ich in meiner Suchmaschine meist einfach nur die Stadt und vegan ein, z.B. “Barcelona vegan”. Einer der ersten Hits ist oft die Website von Happy Cow, die ich wärmstens empfehlen kann. Dort kannst du auch einstellen, ob du nach einem rein veganen Restaurant, veganen Optionen in Restaurants oder Biomärkten suchst. Eine andere praktische Funktion: Die Karte, auf der die Standorte angezeigt werden. Wenn du weißt, in welchem Stadtviertel du deine Zelte aufschlagen wirst, kannst du so schon vorher abchecken, welche Optionen sich in deiner Nähe befinden und damit auch fußläufig zu erreichen sind. Auch Instagram nutze ich für meine Suche und gebe Hashtags wie “barcelonavegan” oder “veganbarcelona” ein. Dank der Food-Fotos der hippen veganen Cafés kann ich mir schon gezielt aussuchen, wo ich hingehen kann – und was ich bestellen werde.

Wenn ich keine Zeit für meine Recherche hatte, ist das auch nicht weiter tragisch. Vor Ort benutze ich Apps wie Happy Cow oder Vanilla Bean, um mir vegane Optionen in meiner Nähe anzeigen zu lassen. Eine andere Möglichkeit: Bei Google Maps oder Apple Maps den aktuellen Standort anzeigen lassen und “vegan” in die Suchfunktion eingeben. Bei dieser Variante kann es allerdings passieren, dass du Vorschläge außerhalb der unmittelbaren Umgebung angezeigt bekommst.

Neben meinem Ökotrophologie-Studium und der Ausbildung zur Journalistin habe ich auch als Flugbegleiterin die Welt unsicher gemacht. Neugierig, abenteuerlustig und immer hungrig: Auf der Suche nach der perfekten Welle und der besten Açai-Bowl futterte ich mich schon durch mehr als 80 Länder.