Gemüse für Reiche: Warum ist Paprika gerade so teuer?

Rote Paprika

Wer in den letzten Tagen im Supermarkt unterwegs gewesen ist, muss sich beim Anblick einiger Preisschilder ganz schön erschrocken haben: Bis zu neun Euro verlangen die Händler*innen momentan für ein Kilo Paprika, 1,25 Euro für einen Bund Frühlingszwiebeln. Grund dafür ist nicht nur die Corona-Krise. Doch wie kommen die Wucherpreise dann zustande?

Grund 1: Veränderte Erntebedingungen

Ja, hier spielt die Pandemie tatsächlich eine wichtige Rolle: Die Obst- und Gemüseernte geht in dieser Saison anders vonstatten als vor dem Ausbruch des Coronavirus. Die Einreise für Erntehelfer*innen ist kompliziert, zudem müssen die Bauern und Bäuerinnen auf eine Corona-konforme Unterbringung und auf die Einhaltung der Mindestabstände achten. All das führt dazu, dass erstens weniger Arbeitskräfte im Land sind und zweitens auch die Produktivität deutlich gesunken ist.

Grund 2: Lieferkosten

Auch hier hat das Coronavirus seine Finger im Spiel: Online-Shopping gehört bei vielen Menschen zu den liebsten Lockdown-Aktivitäten. Infolgedessen sind die Preise für Container, mit denen unter anderem Obst und Gemüse zu uns gebracht werden, in letzter Zeit gestiegen. Das treibt die Transportkosten und somit auch den Endpreis der Ware in die Höhe.

Grund 3: Umweltfaktoren

Noch im Januar staunte ganz Europa über die Schneemassen, die plötzlich über die spanische Hauptstadt Madrid hinwegfegten. Doch das untypische Wetter brachte einige negative Auswirkungen mit sich: Durch die niedrigen Temperaturen konnten die dortigen Paprikapflanzen nicht richtig wachsen. Die Ernte verlangsamte sich, das Angebot wurde knapp und die Preise stiegen. Zumindest in diesem Punkt sollte allerdings bald eine Lösung gefunden sein, denn auch in Deutschland und den Niederlanden reifen gerade Paprikas heran, die in einigen Wochen in unseren Regalen liegen und die Lage entspannen sollten.

Wie geht es jetzt weiter?

Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (Ami) lag der Preis für ein Kilo Paprika zuletzt bei 7,12 Euro (KW 14) – in der ersten Kalenderwoche mussten Verbraucher*innen für ein Kilo des vitaminreichen Gemüses lediglich 2,56 Euro zahlen. Ein Bund Frühlingszwiebeln kostete zu diesem Zeitpunkt 72 Cent, mittlerweile (KW 14) sind die Preise bei 1,16 Euro angekommen. Diese Entwicklung wird sich nach Angaben von Expert*innen noch einige Wochen fortsetzen – bis genug Früchte und Pflanzen herangereift sind. Einige Preise fallen allerdings auch bereits wieder: Gurken, die im Februar einen Rekordpreis von 1,35 Euro pro Stück erreicht hatten, gibt es mittlerweile wieder für weniger Geld zu kaufen. Jetzt heißt es also: Möglichst keine Paprika kaufen – zumindest, wenn ihr nicht arm werden wollt – und abwarten, bis sich die Bedingungen wieder normalisiert haben.

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Bildquelle: Vitolda Klein on Unsplash; CC0-Lizenz

Aufgewachsen im Münsterland, zwischen Bauernschaften, Fahrrädern und Dorfpartys. Schreibt seit dem Kindergartenalter, von Kurzgeschichten bis hin zu News-Artikeln, liebt Musik, Sonne, gutes Essen und Gespräche über Gott und die Welt.