8 vergessene Heldinnen

Ein Regal mit alten Büchern.

Das systematische Unsichtbarmachen von Frauen passiert in vielen Bereichen des Lebens. Insbesondere die Geschichte vergisst, verschweigt oder redet Frauen klein. Oft werden sie als unliebsame Nebenrollen in Geschichtsbüchern oder Biographien erwähnt oder gar komplett aus der Geschichte verbannt. Umso wichtiger ist es, sich an die wunderbaren Frauen vergangener Tage zu erinnern.

1. Harriet Tubmann

Harriet Tubmann sitzt auf einem Stuhl.
Bild: Wikimedia

Harriet Tubmann wurde als Araminta Ross auf einer Plantage in Maryland geboren und musste dort verschiedene Aufgaben übernehmen. 1849 starb ihr Besitzer und sie befürchtete, bei einer Auktion verkauft zu werden. Also entschloss sie sich dazu, mithilfe der Organisation „Underground Railroad“ nach Philadelphia zu fliehen. Die Organisation versorgte flüchtige Sklav*innen mit Kleidung, Papieren und Geld und schmuggelte sie bis nach Kanada – wo zu diesem Zeitpunkt keine Sklaverei mehr existierte. Anstatt mit anderen ehemaligen Sklav*innen nach Kanada zu gehen, half Harriet Tubmann jedoch bei der Befreiung von weiteren Gefangenen. Unter dem Decknamen „Moses“ (angelehnt an die biblische Figur, der sein Volk aus der Sklaverei führte) reiste sie 13-mal in den Süden und rettete unter lebensbedrohlichen Bedingungen 70 Sklav*innen aus der Gefangenschaft. Als 1861 die Nord- und Südstaaten Bürgerkrieg führten, unternahm Harriet Tubmann alles, um bei der Zerstörung des Südens und der Sklaverei zu helfen und wurde als Krankenschwester, Spionin und Kundschafterin eingesetzt. Obwohl sie nach dem Bürgerkrieg immer kranker und ärmer wurde, war sie nie zu müde, um sich als Aktivistin weiter für die Rechte von Schwarzen Menschen einzusetzen. Getreu ihrem Motto:

„Ich war frei, und sie würden auch frei sein.“

Harriet Tubmann

2. Gertrude Stein

Gertrude Stein schaut seitlich an den Betrachter*innen vorbei.
Bild: Wikimedia

Gertrude Stein war eine US-amerikanische Schriftstellerin und Kunstliebhaberin. Ab 1903 lebte sie in Paris und traf in ihrem künstlerischen Salon auf viele bekannte Persönlichkeiten wie Pablo Picasso. Sie zählte zu den ersten Frauen, die sich in der klassischen literarischen Moderne etablierten und sich über sprachliche sowie literarische Konventionen hinwegsetzte. In ihren Veröffentlichungen spricht sie erstmals über eine homosexuelle Gemeinschaft und prägte mit ihrem Werk „Miss Furr und Miss Skeene“ das Wort gay. Viele namhafte Autor*innen, darunter Ernest Hemingway oder F. Scott Fitzgerald, besuchten sie in ihrem Salon, um sich von ihrem Stil inspirieren zu lassen. Die bekannteste Arbeit von Gertrude Stein ist „The Autobiography of Alice B“ und handelt von der Beziehung zu ihrer Lebensgefährtin Alice Babette Toklas. Das Buch wurde 1933 veröffentlicht, eine eher weniger hoffnungsvolle Zeit für die Bekundung einer lesbischen Partnerschaft. Trotz allem wurde das Werk international berühmt und Gertrude Stein ebenfalls.