8 vergessene Heldinnen

Ein Regal mit alten Büchern.

3. Nelly Bly

Ein Porträt von Nelly Bly in jungen Jahren.
Bild: Wikimedia

Elizabeth Jane Cochran war eine der bekanntesten investigativen Journalistinnen, die Ende der 1880er-Jahre unter dem Pseudonym Nelly Bly über Missstände in Gefängnissen, Fabriken oder Institutionen berichtete. Zu dieser Zeit war es üblich, dass Frauen im Journalismus über Mode und Gesellschaftstratsch informierten. Die Reportagen von Nelly Bly stellten also einen enormen Fortschritt für die Emanzipation der Frauen im Journalismus da. 1887 erhielt sie einen Auftrag der New Yorker Zeitung „The World“, welcher darin bestand, sich unter falschen Angaben in eine psychiatrische Anstalt einweisen zu lassen. Die kritisierende Reportage erschien zunächst in der Sonntagsausgabe; später wurde der ungekürzte Text in einem Buch veröffentlicht. Durch diesen und weitere bekannte Berichte, wie das Aufdecken eines Korruptionsskandals im New Yorker Parlament, wurde sie berühmt. Ihr Hang zu außergewöhnlichen Methoden, um einen guten Artikel zu verfassen, waren kennzeichnet für sie. So beschloss sie 1889 mit 25 Jahren um die Welt zu reisen und wurde international bekannt. Weltweit wurde über die Reise der jungen Frau berichtet, die nur 72 Tage brauchte, um die Welt einmal zu umrunden.

4. Katherine Johnson

Katherine Johnson fotografiert bei der NASA-Forschung.
Bild: Wikimedia

Die afroamerikanische Mathematikerin (auch „Computer in Röcken“ genannt) begann 1953 ihre Karriere bei der NASA. Als schwarze Mitarbeiterin wurde sie aufgrund der damaligen „Rassentrennung“ von ihren weißen Kolleg*innen getrennt und wechselte die Abteilungen je nach Bedarf. Schlussendlich wurde sie in die Abteilung für Flugforschung versetzt. Als einzige Schwarze Frau in einer weißen, männlich geprägten Abteilung wollte sie gleichberechtigt an Versammlungen teilnehmen und sich in die Forschung einbringen. Anfänglicher Skepsis zum Trotz setzte sie sich durch und wurde aufgrund ihre enormen Kenntnisse über analytische Geometrie schnell unentbehrlich. Gegen Ende der 1960er-Jahre berechnete Johnson die korrekte Umlaufbahn für die Apollo-11-Raumfahrtmission und spielte damit eine entscheidende Rolle bei der ersten Mondlandung. Darüber hinaus stellte sie genaueste Berechnungen für den Rückflug der Apollo 13 auf, nachdem ein Treibstofftank explodierte und die Besatzung dazu zwang, den Navigationscomputer abzustellen und den Rückflug anzutreten. Bis 1986 wirkte Johnson zusätzlich bei der ersten Phase des Space-Shuttle-Programms mit. In ihrem Ruhestand engagierte sie sich an Schulen und Universitäten für junge Frauen und unterstütze sie darin, naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen.