„Body Neutrality“: Darum ist das Konzept besser als „Body Positivity“
Was ist „Body Neutrality”?
„Body Neutrality“ hingegen ist ein lockereres Konzept, hinter dem keine Bewegung steht. Grob übersetzt bedeutet „Body Neutrality“ nichts anderes, als ein neutrales Verhältnis gegenüber dem eigenen Aussehen zu entwickeln: Ein Körper ist nicht gut oder schlecht. Er ist einfach da und trägt uns durchs Leben.
Statt uns über Fältchen, Dehnungsstreifen oder unser Gewicht zu ärgern, respektieren wir unseren Körper als das, was er ist: als funktionierendes Werkzeug, das auch ohne ständige Optimierung Akzeptanz und Respekt verdient. Bekannt wurde der Begriff im Jahr 2015 durch einen Blogbeitrag der US-Amerikanerin Melissa Fabello. Darin betonte sie, dass sie morgens aufwachen und sich fragen möchte, wie sich ihr Körper anfühlt und was er braucht – und nicht, wie er aussieht.
Kurzum: Bei „Body Neutrality“ geht es darum, dass wir unser Selbstwertgefühl nicht mehr an das äußere Erscheinungsbild koppeln. Vielmehr sollen wir uns auf uns, unsere mentale Gesundheit und unser Wohlbefinden konzentrieren.
„Body Neutrality” statt „Body Positivity”
So charmant die „Body Positivity“-Bestrebungen sind: Die Körper von Frauen werden trotzdem weiterhin ständig bewertet. Es ist an der Zeit, dass wir uns von der Besessenheit mit unserem Körper völlig befreien und unser Hauptaugenmerk vom Äußeren auf das Innere lenken.
Das Konzept „Body Neutrality“ kann hier Abhilfe schaffen: Indem der Fokus weg vom Körper genommen wird, haben wir Zeit, uns endlich auf all die anderen Facetten zu konzentrieren, die uns so toll machen: unseren Charakter, unsere Gedanken, Talente oder Hobbys. Es tut gut, fürsorglich mit dem eigenen Körper umzugehen und dankbar zu sein, auch für jede Kleinigkeit. Zwar braucht auch Selbstakzeptanz Geduld und Zeit, aber es ist nie zu spät, damit anzufangen.
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Bildquelle: Los Muertos Crew via Pexels; CC0-Lizenz