Liebe Parteien, was tut ihr eigentlich für Bildung und Digitalisierung?

Fröhliche Lehrerin mit Kindern

Am 26. September sind Wahlen, das wissen wir mittlerweile alle, nur in welches Kästchen soll man eigentlich sein Kreuz setzen und welche Themen sind relevant? Wir haben uns für euch die Arbeit gemacht und die Parteiprogramme der wichtigsten Parteien nach dem durchforstet, was wirklich interessiert: Inhalte

Heute zum Thema: Digitalisierung und Bildung

Bei der Lektüre der Parteiprogramme war ich wirklich erstaunt. Der Sektor Bildung nimmt viel Platz ein. Das sollte er auch, denn vom Land der Dichter und Denker ist Deutschland mittlerweile weit entfernt. Der nachfolgende Beitrag ist dementsprechend etwas länger geworden, als ihr es normalerweise gewohnt seid. Lesen lohnt sich aber trotzdem, denn die Parteiprogramme haben es dieses Jahr in sich, was die Felder Bildung und Digitalisierung betreffen.

CDU/CSU

Nachdem die Union im Bereich Klimaschutz leider nur so mäßig weggekommen ist, werfen wir nun einen Blick auf die Bereiche Bildung und Digitalisierung im aktuellen Parteiprogramm. Denn die Union hat mehr als große Pläne für die Zukunft des Landes. Von Lehrer*innen über Erzieher*innen und Eltern sollen sich alle für eine bessere Bildung des Landes engagieren. Versteht mich nicht falsch, natürlich ist es wichtig, dass die Menschen, die einen Job im Bildungssektor ausüben, diesen auch gut machen. Aber ist es nicht eigentlich die Aufgabe der Politik, die Grundlage für die Arbeit dieser Berufsgruppen zu schaffen?

Für eine bessere Lesbarkeit möchte ich den Bereich Bildung gerne nochmal in Unterkategorien teilen, da Bildung erstens Ländersache ist und es zweitens einen deutlichen Unterschied macht, ob man sich mit Kindergärten oder Universitäten beschäftigt. 

Ebenso wie die Union unterscheide ich also in Kitas, Schulen und Universitäten. 

Kommen wir zunächst zu den Kitas: Die Union hat den Plan, Kitas weit über das Jahr 2022 hinaus auszubauen. Das ist auch dringend nötig, denn bereits heute sind Kitaplätze rar gesät und mit steigender Geburtenrate wird sich dieses Problem eher noch verstärken als verbessern. Und da die Union ja bekanntermaßen eine kapitalistisch orientierte Partei ist, kann es nur in ihrem Sinne sein, schon die Kleinsten perfekt und ausdauernd betreut zu wissen, damit die Eltern möglichst schnell wieder in den Beruf einsteigen können. Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird hier großgeschrieben. Man kann nur hoffen, dass das Kitapersonal davon dann auch etwas hat. Ein weiteres großes Ziel ist die Sprachförderung der Kinder. Hier scheint es meines Erachtens jedoch weniger um die Förderung an sich, sondern eher um eine Systematik zu gehen. Denn anstatt Kurse anzubieten, legt die Union lieber Wert auf eine bessere Diagnostik. Kinder gehen in Zukunft also zum Arzt, der testet, wie gut sie deutsch sprechen und schickt sie dann gegebenenfalls zu einem Logopäden oder einer Pädagogin. Die sollen dann einen entsprechenden Förderplan aufstellen. Wenn ich ehrlich bin, dann klingt mir das ein bisschen zu defizitär. Gerade für so junge Kinder. 

Egal ob Uni, Schule oder Kita, die Union möchte digitalisieren. Wird ja auch langsam mal Zeit. Dazu sollen nicht nur Gelder zur Verfügung gestellt, sondern auch Schulungen für das Personal angeboten werden. Doch auch hier beißt die Katze sich wieder in den Schwanz, denn für diese Fortbildungen braucht es neben Personal auch Räumlichkeiten und die entsprechende Infrastruktur. Von funktionsfähigen Computerräumen, Smartboards und Tablets an Schulen und Universitäten ganz zu schweigen. Weiterhin soll ein Fokus auf digitale Bildung in den Bereichen Cybermobbing, politische Bildung und Medienkompetenz gelegt werden. Alles lobenswert, aber auch reichlich spät. 

Kommen wir nun endlich zu den Studierenden. Denn die Union möchte für mehr Gerechtigkeit in den höheren Bildungseinrichtungen sorgen. Auf der einen Seite soll die Lehre an den Universitäten verbessert werden, auf der anderen Seite sollen Ausbildung und Studium im Ansehen bei den Arbeitgebern auf ein Level gehoben werden. Dazu will die Union duale Studiengänge noch attraktiver machen. Zuletzt möchte die Union eine europaweite Bildungsplattform an den Start bringen. Eigentlich eine coole Idee. Einen Prototypen gibt es bisher jedoch noch nicht. 

Wie ihr merkt ein ganz schönes Brett, was die Union da vorhat. Schade nur, dass man erst jetzt darauf kommt. 

Dorfkind und Wunschgroßstädterin. Veganerin mit Vollmilchschokoladen-Problem. Indie-Fan mit Schlager-Playlist. Frühaufsteherin mit Nachtschwärmersyndrom. Pragmatikerin mit dem Kopf in den Wolken. Unterm Strich: Genauso verloren in meinem Lebensentwurf, wie es meiner Generation immer nachgesagt wird.