Wir haben zu wenig Planet Erde!

Mehr oder weniger zu diesem Schluss ist das Global Footprint Network anlässlich des Earth Overshoot Day gelangt. Dazu sammelt es die Daten einzelner Länder und rechnet daraus hoch, wie viele „Erden“ wir bräuchten, wenn alle den gleichen Verbrauch hätten.

Das Ergebnis überrascht inzwischen nicht mal mehr. Mit zu den verschwenderischsten und größten Umweltsündern zählen wir, die Industrienationen:

Wenn etwa alle Menschen auf der Welt den gleichen Pro-Kopf-Fußabdruck wie in den USA hätten, dann bräuchten wir ganze fünf Erden (!), um unseren Lifestyle aufrecht zu erhalten. Deutschland schneidet mit knapp drei Erden zwar besser ab, das sind aber immer noch zwei zu viel.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Biokapazitätsreserve – also wie viel ein Ökosystem erneuern kann, wenn wir es gegen den Pro-Kopf-Fußabdruck abwägen. So schneidet Russland im Vergleich zu uns dank höherer Kapazität auch deutlich besser ab – trotz einem etwas höheren Pro-Kopf-Footprint. In Deutschland haben wir de facto so niedrige Kapazitäten, dass es schon ein Defizit ist: Wir verbrauchen also mehr Ressourcen, als unser Ökosystem erneuern kann.

Biokapazität ≠ Nachhaltigkeit

Unser ökologischer Fußabdruck überschreitet unsere Biokapazität um stolze 204 Prozent. In Europa stehen , wieder mal, vor allem die skandinavischen Länder am besten da. Finnland (113 Prozent), Schweden (55 Prozent) und Norwegen (24 Prozent) weisen wie auch Lettland (39 Prozent) und Estland (36 Prozent) noch sehr große bis große Reserven auf.

Das bedeutet nicht automatisch, dass in diesen Ländern nachhaltiger gelebt wird: Brasiliens Biokapazität etwa überschreitet ihren Fußabdruck bei weitem, die Abholzung des brasilianischen Regenwalds kann man jedoch unmöglich als „nachhaltig“ bezeichnen. Die Natur hat in diesen Ländern aber mehr Potenzial, sich ohne menschliche Einwirkung zu erholen.

Und diese Möglichkeit sollten wir der Natur auch geben, wo immer es geht: Wir können vielleicht Schafe klonen, aber keine Planeten. Außerdem haben nicht, wie die Überschrift (und das mit Absicht) suggerieren mag, „zu wenig Planet Erde“. Wir müssen unseren Planeten nur effektiver zu nutzen und zu schützen wissen.

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Bildquelle: Valentin Antonucci von Pexels; CC0-Lizenz

Großer Anime-Fan und leidenschaftlicher Gamer mit einem Faible fürs Schreiben und das Lernen von Sprachen - gerne auch mal ausgefallenere wie Elbisch oder im Moment Mandarin. Zudem ein überzeugter Hemdenträger, exzessiver Nutzer der Farbe Schwarz (Dark Mode ist PFLICHT) und Katzenliebhaber.