Fütterer is(s)t anders: 4 Dinge, die überraschenderweise nicht immer vegan sind

Eine Frau trinkt ein Glas Rotwein. Bild: Pexels

Elina Fütterer ist Ökotrophologin, Yoga-Lehrerin und Surfer Girl. In ihrer Kolumne schreibt sie über die wichtigste Hauptsache der Welt: Essen. Genuss ist ein Muss – ohne dabei Gesundheit, Nachhaltigkeit und Ethik außer Acht zu lassen. Elina nimmt euch mit auf ihre kulinarische Reise.

„Und du findest hier auch etwas? Oder wollen wir den Kellner nach veganen Optionen fragen?“. Mein Vater schaut mich besorgt an. Meine Familie und ich sitzen in einem gehypten Restaurant in Mainz und studieren die Menükarte: Thunfisch-Tartar, Spundekäs, Rumpsteak, Bandnudeln mit Filetspitzen, Wiener Schnitzel. Puh. „Nein, alles gut. Easy“, höre ich mich sagen. Schließlich bin ich es leid, Mittelpunkt jedes Familienessens zu sein. Ich könnte natürlich auch einfach wieder Kartoffel-Wedges mit Ketchup oder einen Beilagensalat mit Essig-Öl-Dressing bestellen können, aber das Special Gericht von der Sommerkarte macht mich neugierig: Reis mit Gemüse und Kräutern. Klingt ziemlich gut. Und ziemlich vegan.

Als mir der Kellner dann aber mein Gericht serviert, das ich bestellt habe, reißt meine Tante die Augen auf. „Risotto? Du weißt schon, dass da jede Menge Parmesan drin ist?“ Ups. Nein, das wusste ich in der Tat nicht. Auf der Karte stand schließlich „Reis I junge Erbsen I grüne Kräuter“. „Naja, Butter ist da auch drin.“, schießt meine Schwester nach. Vielen Dank, ihr Lieben. Hätte man mich darauf nicht schon bei der Bestellung aufmerksam machen können?

Aus Fehlern lernt man

In über acht Jahren Vegansein habe ich mir schon den einen oder anderen Fauxpas geleistet – und hatte die Dinge nicht ganz so im Blick. Das Risotto im Restaurant gehörte eindeutig dazu – war allerdings ein einmaliges Malheur, was mir danach nicht wieder passiert ist. Bei anderen Dingen habe ich erst nach einer ganzen Weile gecheckt, dass sich tierische Produkte in ihnen verstecken. Manchmal habe ich mich richtig fertig dafür gemacht, dass ich nicht besser aufgepasst habe oder es vielleicht „hätte wissen können“. Mittlerweile finde ich aber, dass es nichts bringt, sich dafür fertig zu machen. Die Hauptsache ist, man lernt aus seinen Missgeschicken.

Wein

„Kann Spuren von Fisch, Ei oder Nüssen enthalten.“ Besonders auf den 5 Liter-Billo-Wein-Tetra-Packs in Neuseeland ist mir dieser Satz aufgefallen. „Manchmal ist Wein nicht vegan, weil während der Fasslagerung Tiere ins Fass fallen können. Katzen zum Beispiel“. Bitte, was? Diese Theorie habe ich zwar schon häufig gehört, aber der Grund, warum Wein häufig nicht vegan ist, ist ein anderer: Zum Filtern des Weins wird manchmal Gelatine oder Fischhaut benutzt. Da die Produkte nur während des Produktionsprozesses verwendet werden, müssen sie auf dem Zutatenetikett als Inhaltsstoff auch nicht deklariert werden.

Um sicherzugehen, dass es sich um veganen Wein handelt, beim Kauf am besten auf das Vegan-Label auf dem Etikett achten.

Neben meinem Ökotrophologie-Studium und der Ausbildung zur Journalistin habe ich auch als Flugbegleiterin die Welt unsicher gemacht. Neugierig, abenteuerlustig und immer hungrig: Auf der Suche nach der perfekten Welle und der besten Açai-Bowl futterte ich mich schon durch mehr als 80 Länder.