Finanzen kannst Du! – Interview mit den finanz-heldinnen

ZEITjUNG: Gerade im letzten Jahr haben Bitcoin und Co einen regelrechten Boom erlebt. Nichts wird derzeit so umstritten behandelt wie der Kryptospace. Siehst du darin eine mögliche Anlage oder ist das mit Vorsicht zu genießen?

Katharina Brunsendorf: Bitcoin ist ein spannendes Thema. Aber momentan ist es noch so volatil und unvorhersehbar. Wer das alleine tut, tut nichts für seine Altersvorsorge. Wer was für die Altersvorsorge tun will, sollte in andere Dinge investieren. Es sollte immer zuerst die Basis gesichert sein und erst dann, wenn noch Geld übrig ist, kann Kryptowährung eine mögliche Beimischung sein. Aber es muss einem bewusst sein, dass man möglicherweise alles verlieren kann.

ZEITjUNG: Wie geht man beim Anlegen am besten heran, an wen kann man sich wenden?

Katharina Brunsendorf: Ganz wichtig ist, dass man erst einmal die typischen Basisaufgaben erledigt. Dazu gehört das Haushaltsbuch, der Kassensturz, Budgetierung. Ebenso sollte man das eigene Risikoprofil kennen und sich seinen eigenen Zielen bewusst werden. Die nächsten Schritte kann man dann entweder selbst in die Hand nehmen, mit Informationsangeboten wie etwa von uns. Man kann sich aber auch an eine Verbraucherzentrale wenden, sich in der jeweiligen Bank beraten lassen. Es gibt Honorarberatungen, die bezahlt man dann im Vorfeld. Wofür man sich auch letztlich entscheidet, es geht darum, einfach mal loszulegen.

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ZEITjUNG: Hast du den Eindruck, dass sich in den letzten Jahren etwas an dem Verhältnis von Frauen zu ihren Finanzen verändert hat?

Katharina Brunsendorf: Wir merken, dass sich etwas tut, aber das reicht bei weitem nicht. Es müssen noch mehr Frauen werden, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Es muss noch viel offener darüber gesprochen werden und Aufklärungsarbeit geleistet werden. Vor allem das Internet bietet dafür tolle Seiten, um sich zu informieren. Aber die Gefahr besteht auch darin, dass die Quellen nicht richtig gecheckt werden und dass man häufig nicht nachschaut, was die andere Person letztlich davon hat.

ZEITjUNG:  Spartipps fürs Studium?

Katharina Brunsendorf: Im Sparen sind ja gerade wir Frauen sehr gut, und hier könnte man sich fragen, was kann ich machen, um noch mehr reinzubekommen? Dafür ist es wichtig, sich einmal darüber zu informieren, welche Förderung kann ich vom Staat bekommen, kann ich eine Absprache mit meiner Familie treffen oder gibt es einen Nebenjob, der für mein Studium hilfreich ist und mich vielleicht sogar noch voranbringt? Wenn man 25 Euro im Monat in einen Sparplan investieren kann, ist das schon richtig gut und langfristig profitiert man dann auch von dem Zinseszins. Ich finde im Studium ist es aber auch wichtig die Balance zu halten, zwischen einerseits etwas auf die Seite zu legen und aber auch die Zeit zu genießen. Da kann man schon auch in das ein oder andere Erlebnis investieren.

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Bildquelle: © Marcus Witte