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Ben, 26, führt als Drag Queen durch Kunstausstellungen in Wien

Der Mann, das Kleid und die Kunst: Aus dem Leben einer Drag Queen.

Der Name Tiefe Kümmernis kommt von einer bärtigen Jungfrau, die gekreuzigt wurde. Eine volkstümliche Heiligenlegende, die irgendwann aus der Geschichte verbannt wurde – von der katholischen Kirche. Natürlich.

Jetzt aber steht die Tiefe Kümmernis fleischgeworden da – mit schwarzen Lack-Absätzen, die als Waffe durchgehen, mit Wimpern, die man bei der nächsten Hitzewelle als Fächer umfunktionieren könnte und einem Make-up, auf das Kim Kardashian neidisch wäre.

 

Die bärtige Heilige als Dragqueen

 

Tiefe Kümmernis ist nun auch der Name einer Dragqueen, die im Kunsthistorischen Museum in Wien sogenannte „Drag-Führungen“ durch die Ausstellung leitet. Die Tiefe Kümmernis heißt eigentlich Ben, ist 26 und studiert Kunstgeschichte im Master of Arts. Er macht Drag in dieser Intensität seit eineinhalb Jahren und nicht nur seine Erscheinung ist beeindruckend – auch die Führung. Mit Witz und Charme interpretiert die Kümmernis Kunst aus einem queeren Blickwinkel.

Aber was genau heißt das? „Sodomie, beispielsweise, gab es schon immer und besonders verbreitet war Sex unter Männern in der florentinischen Renaissance…in antiken Mythen findet man Crossdressing-Thematiken. Werke, in denen Hercules und Omphale die Kleider tauschen zum Beispiel, oder der Hermaphroditus, den man als ersten intersexuellen Menschen sehen kann. Es ist alles da und ich will darauf aufmerksam machen“, erklärt er. „Wissenschaft wird zu ungefähr 90 Prozent hetero betrieben. Das wollte ich beheben. Ich wollte, dass queere Leute sich wiederfinden.“ Und natürlich – man bekommt mehr Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit, tritt man dabei selbst als Queer-Person auf.

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