LiebesLeben: Von einer Enttäuschung zur nächsten

Junge Frau liegt weinend und mit Taschentüchern auf dem Boden

Katja Stenzel malt mit Sprache Bilder auf ihre Wortleinwand. In ihrer Kolumne nimmt sie euch mit in ihr Atelier: Als absoluter Gefühlsmensch schreibt sie über die Liebe und das Leben – ein bisschen philosophisch und ein bisschen psychologisch, mit einem Hauch von Melancholie.

Man kann das Leben auf ganz verschiedene Weisen betrachten: als Reise, als Achterbahnfahrt, als Lernprozess, als Party – und all das trifft zu. Aber es gibt auch pessimistischere Perspektiven. Aus einem dieser Blickwinkel wirkt das Leben wie eine regelrechte Aneinanderreihung von Verlusten und Enttäuschungen. Das klingt zwar deutlich trauriger, ist aber nicht weniger wahr.

Denn wir leben zwar Von Party zu Party, wie SXTN sagen würden, aber andererseits hangeln wir uns auch von Enttäuschung zu Enttäuschung. Der Tod einer geliebten Person folgt auf eine schwierige Trennung, diese wiederum folgt auf einen Streit, der einer langen Freundschaft ein Ende setzt – und so weiter. Ständig verlieren wir Menschen, werden zurückgeworfen, schlucken Vorwürfe hinunter. Aber andererseits verletzen auch wir ständig andere Personen, schreien sie an, verteilen Körbe.  

Kurz gesagt: Wir stecken ein und teilen aus. Wir werden ständig enttäuscht und enttäuschen selbst auch ständig andere Menschen. Wie können wir mit den Enttäuschungen des Lebens umgehen – sowohl mit denen, die wir empfinden, als auch mit denen, die wir verursachen?

Ein Freigeist in Freiheit. Ich bin verliebt in den Sommer und schöne Worte. Wenn ich nicht gerade schreibe, sitze ich wahrscheinlich mit einem Roman irgendwo am Wasser. Oder auf alten Zeitungen, um jede Menge Farbe auf unbeschriebene Blätter zu klatschen. Aber am allerliebsten lebe ich: la vida loca!