Serienmörder und hot? Die Macht der Attraktivität

Ein Mann hat eine Pistole in der Hand.

Schöne Menschen haben es im Leben oft leichter. Sie profitieren von der Annahme, dass attraktive Menschen auch innerlich schön sind. Dabei werden ihnen positive Kompetenzen wie Intelligenz, Sympathie oder Einfühlungsvermögen zugesprochen, ohne dass sie etwas dafür tun müssen. Erst auf den zweiten Blick stellt sich raus, dass das Aussehen keine Rolle spielt, denn Schönheit hin oder her, ein Arschloch kannst du immer sein. Trotzdem neigen Menschen dazu, attraktive Personen bevorzugt zu behandeln – selbst verurteile Straftäter*innen.

Schönheit prägt unser Urteil über die Zu- oder die Abneigung gegenüber anderen Menschen – jedenfalls auf den ersten Blick. Aber nach welchen Kriterien bilden wir uns ein Urteil darüber, welcher Mensch als schön oder unschön in der Gesellschaft angesehen wird? Die Diskussion über Vielfalt und gegen festgelegte Schönheitsideale hat besonders in den letzten Jahren großen Zuspruch erhalten, trotzdem wird unser Aussehen immer noch durch spezifische Muster und Ideale in Schubladen gesteckt und in attraktiv oder unattraktiv eingeteilt. Wie diese Ideale entstehen, hat vor allem einen biologischen Hintergrund: Viele Attraktivitätsforscher*innen gehen davon aus, dass eine Person aufgrund der Qualität als Fortpflanzungspartner*in als attraktiv oder unattraktiv angesehen wird. Fortpflanzung hat immer etwas mit Jugendlichkeit zutun, deswegen empfinden viele Menschen ein faltenfreies, junges und ebenes Gesicht als schön.

Darüber hinaus hat der Psychologe Dr. Martin Gründl in seiner Attraktivitätsforschung festgestellt, dass es einen gesellschaftlichen Konsens darüber gibt, welche Gesichtsmerkmale als attraktiv eingestuft werden. Darunter zählen bei Frauen: eine schmale Nase, volle Lippen, große Augen, ein schmales Gesicht, dunkle und schmale Augenbrauen sowie eine hohe Stirnpartie. Bei Männern sind die Merkmale ähnlich, jedoch empfinden viele markantere Gesichtszüge bei ihnen als attraktiver.