Sex und Soda: Sexplosion oder Pandabeziehung?

Zu faul für Sex: Zwei Pandas in einem Zoo. Bild: Unsplash

In dieser Kolumne schreibt Mila Bach über die prickelnden und weniger prickelnden Momente im Leben. Diesmal geht darum , wie sich unser Sexleben durch die Pandemie verändert hat.

Wir leben seit über eineinhalb Jahren in einer weltweiten Pandemie. Spontansex wurde weniger, kuschelige Zweisamkeit mehr. Wie hat sich das bis jetzt auf unser Sexleben ausgewirkt?

Es ist mitten im Sommer, die Kleidung wird kürzer und die Stimmung von Sonnentag zu Sonnentag ausgeglichener. Ich erinnere mich an die Jahre vor der Pandemie, wo man in dieser Zeit seine One-Night-Stands gerne mal nach draußen verlegte. Das kurze Kleid war schnell hochgezogen, eine ruhige Ecke gab es immer und der Kick kam automatisch dazu. Im Jahr 2021 erleben wir den zweiten Sommer in der Pandemie. Wie wirkt sich das auf unsere Sexerlebnisse aus?

Vernunft gegen Spontanität?

Seit Corona wird darüber gestritten, wer es eigentlich schwieriger hat. Singles, die nach und nach vereinsamen oder Pärchen die 24 Stunden aufeinanderhängen und sich, wenn sie Pech hatten, sogar trennen mussten. Das Schöne ist: Ich kann bei beidem mitreden. Im Sommer 2020 war ich happy Single und ich habe das Dating zwar zurückgeschraubt, aber mich nicht sonderlich einsam gefühlt. Mir fehlte vor allem der Kontakt zu meinen Freunden. Doch als es wieder bedingt möglich war, fing ich langsam wieder an und hatte wirklich ein paar tolle Monate. Ich weiß aber das einiger meiner Single-Freunde es echt schwer hatten. Ihnen fiel die Decke auf dem Kopf und einige von ihnen sind vielleicht nicht so glücklich mit dem Single-Dasein. Und wenn man dann auch noch von anderen Freunden hört, wie sie als Paar das Kochen für sich entdecken oder sich gegenseitig vorlesen, verstehe ich, dass sie auch mal aufstoßen mussten. Was sich aber eindeutig verändert hat, ist der spontane Sex. Keine One-Night-Stands mehr á la betrunken aus dem Club stolpern und ab in die nähere Wohnung. Kein verruchtes Rumknutschen in der letzten Ecke einer Bar. Kein Sex im Zelt auf einem Festival. Man wählt bewusster aus, mit wem man schläft. Und wo man miteinander schläft. Sex in der Öffentlichkeit ist seit Corona nämlich gar nicht mehr so reizvoll. Die Vernunft besiegt die Spontanität.

Echte Liebe braucht Nähe und Freiraum

Danach habe ich meinen Freund kennengelernt und ich muss ehrlich sagen: Der Lockdown ist der Himmel für Frischverliebte. Man muss nie ein schlechtes Gewissen haben, dass man Zuhause bleibt und sich lieber einkuschelt, als sich mit seinen Freunden zu treffen. Man kann diese erste irrationale Phase nur zu zweit erleben, ohne dass andere einem irgendetwas reinreden. Denn niemand erlebt euch gemeinsam. Und wenn man dann wieder raus darf, ist man als Paar schon so bei sich, dass die Meinung anderer egal ist.